Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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Dr. Otto Wendt,

Fr. 9. §. 5. Fr. 62 pr. de usufruct. 7, 1.
Paulus Rec. Sent. III, 6, §. 22.
Der Grund lautet ebenso übereinstimmend, daß venatio, au-
cupio und piscatio zur Bodenrente gehören und also deswegen
dem Nießbraucher kraft seines Rechts gebühren. Nicht minder
für den Eigenthümer selbst bilden sie die Frucht seines Wald-,
Feld- oder Berggrundstückes, wenn ihm die plena proprietas
daran ungeschmälert zufteht.

§. 3.
Widerspruchsrecht.
Die Konsequenz aus dem Bisherigen geht aber sicherlich
dahin, ein Iagdrecht d. h. einen Anspruch auf ungestörte und
ungeschädigte Jagd anzuerkennen. Der Satz des jus gentium,
daß res nullius cedit primo occupanti, nöthigt nicht im min-
desten zur Verleugnung des Iagdrechtes, so wenig wie der Er-
werb durch implantatio, specificatio u. s. w. zur Verneinung
des Eigenthums führt. Wenn also auch ein Jeder durch Occu-
pation Eigenthum am Wilde empfängt, so bleibt daneben die
nämliche Handlung doch als Verletzung fremden Iagdrechtes,
fremden Grundeigenthums, dem seine Erträge gestört und ent-
zogen werden, bestehen, wenn der Jäger nicht zugleich selbst das
Iagdrecht genießt.
Der Widerspruch gegen diese Schlußfolgerung, den auch
Wächter noch nicht mit Erfolg zu beseitigen vermochte, be-
schränkt das Prohibitionsrecht des Grundherrn im engsten Sinne
auf das Betreten seines Grundstücks; dies und nur dies könne
er verhindern, gegen die Jagd als solche habe er aber kein Ein-
spruchsrecht. Man ist der Meinung, daß die Quellen diesen
Unterschied zwischen dem bloßen ingredi und dem venari and-
rerseits selbst ausgestellt und dadurch ein ausdrückliches Zeugniß
gegen das Iagdrecht hinterlassen haben. Und selbst dies Pro-

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