Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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Dr. Theodor Schwalbach,

gen die actio kubliciava, und die Einreden, die an die Fort-
dauer eines Zustandes, das Unterbleiben einer Handlung ge-
knüpft sind, z. B. 6xe. doli gegen rei vindicatio wegen nicht er-
folgter Impensenerstattung. Daß auch die Einreden der letzteren
Art als Einreden aus Rechten anzusehen sind, soll unten gezeigt
werden. Sie sind offenbar weder perpetuae, noch temporales
in dem Sinne, daß man durch bloßes Hinausschieben der Klag-
anstellung ihnen entgehen könnte.
Der Grund, warum das Unzureichende der Gajanischen
Eintheilung unseres Wiffens noch Niemand ausgefallen ist, dürfte
darin liegen, daß alle von Gajus als Beispiele angeführten Ein-
reden an vergangene Thatsachen geknüpft sind. Auf solche
Einreden und nur auf sie paßt diese Eintheilung.
Eine vollständige Eintheilung der exceptiones (wie der ipso
fure wirkenden Umstände) muß darum ausgehen von dem Ge-
gensatz der Thatsachen und der Rechte. Die vergangene That-
sache ist als solche ewig und unzerstörbar; ein Recht kann auf
eine bestimmte Zeitdauer beschränkt sein und ist nie nothwendig
unvergänglich, oft sind unbegrenzte Dauer und Untergang zu
irgendwelcher Zeit gleich möglich. Die aus einer Thatsache ent-
standene Einrede kann niemals darum untergehen, weil ihr Ent-
stehungsgrund fortgefallen wäre; die Einrede, die Ausfluß eines
Rechtes ist, dauert nur so lange wie dieses Recht selbst. Aber
weil die letztere die Wirkung eines Rechtes ist, vergeht sie auch
erst mit diesem. Dagegen kann die an eine Thatsache geknüpfte
Einredewirkung eine doppelte sein: entweder eine bloße Befri-
stung oder eine völlige Ausschließung des Anspruches, dem sie ent-
gegensteht ; sie ist entweder temporalis, aä tempus nocet, oder
sie ist perpetua nec evitari potest. Beispiele hierfür bei
Oaius IV 121. 122.
Die Eintheilung in perpetuae und temporales paßt also
blos aus die exceptiones aus unabänderlichen Thatsachen. Die

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