Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Die rechtliche Natur des Geldwechslergeschäfts.

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Daß zunächst bei einem Umsatz von ausländischem Geld
gegen inländisches anderer Währung stets derjenige, der das
ausländische Geld leistet, Verkäufer ist, und derjenige, welcher
das inländische gibt, Käufer, sagt uns schon der Sprachge-
brauch des täglichen Lebens, in dem nur die allgemeine Ver-
kehrsanschauung ihren Ausdruck findet. („Ich kaufe Napoleons-
d'or, Rubel rc.").
Es bedarf also hier keines besonderen Princips zur Auf-
findung des Käufers.
Wie verhält es fich aber, wenn Jemand (A.), der im Be-
sitz von ausländischem Gelbe ist, sich zwar deutsches Geld zu
verschaffen sucht, aber nur solches von bestimmter Art — also
zum Beispiel seine Souveraigns nur gegen Doppelkronen ein-
wechseln will?
Die Antwort ist einfach. — Im heutigen Verkehr ist, wie
bereits (§. 8 S. 339) gesagt, jede Sorte des einheimischen Geldes
mit gleicher Leichtigkeit zu beschaffen, jeder Wechsler wird also
den Preis der englischen Münzen ebenso gern in Zwanzigmark-
stücken auszahlen, wie in einer anderen, auch ohne hierzu recht-
lich irgendwie genöthigt zu sein.
Will sich A. hierauf nicht verlassen, so kann er allerdings
den Vertrag mit einer Nebenverabredung abschließen, mit der
Nebenverabredung nämlich, daß die Zahlung in bestimmter
Münzsorte erfolgen soll. Diese Nebenverabredung ist dann na-
türlich auf die rechtliche Bedeutung des Geschäfts als Kauf ohne
Einfluß, sondern stellt lediglich einen vertragsmäßigen Verzicht
des Käufers auf die ihm der Natur der Sache nach zustehende
Freiheit in der Art der Zahlung dar. Es brauchte daher bei
der rechtlichen Charakterisirung seiner Verpflichtungen auf sie
ebenso wenig Rücksicht genommen zu werden, wie auf irgend
ein anderes möglicherweise denkbares xaetum aHeelum.
Denkbar ist aber endlich auch, daß A. erklärt. es komme

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