Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Die rechtliche Natur des Geldwechslergeschäfts. 343
innere Natur des zu untersuchenden Rechtsgeschäfts — des Kaufs
— stützt.
Das Wesen des Tausches fanden wir darin belegen, daß
bei ihm das Interesse beider Parteien ein gleichartiges ist
— nämlich das an der Erlangung gewisser in der Hand der
Gegenpartei befindlicher Sachen.
Anders beim Kauf. Er ist „im Gegensatz zum Tausch die
consentirte Leistung des Gebrauchswerthes gegen bloßen Tausch-
werth" i).
Der Käufer will eine Sache bestimmter Art haben, fähig
eine bestimmte Nutzwirkung zu üben, und gerade die besondere
Brauchbarkeit, welche die Sache hat, oder die er bei ihr vor-
aussetzt, ist bei ihm das Motiv zum Abschluß des Vertrags.
Das römische Recht erkennt dies so sehr an, daß der Käufer,
wenn ihm diese Brauchbarkeit nicht gewährt wird, sogar das
Recht bekommt, vom Vertrag zurückzutreten* 2 3), während er
deswegen, daß ihm kein Eigenthum an dem Kaufobject gewährt
wurde, keinerlei Anspruch gegen den Empfänger erhält, so lange
ihm nur die faktische Benutzung gelassen ist 3).
Der Verkäufer hingegen beansprucht lediglich den verein-
barten Preis, ausgedrückt in Geld, der Maare, die den Werth
aller anderen bemißt und in deren einzelnen Stücken er sich ver-
is Dieser Ausspruch Husch ke's (Gajus pag- 95), den Karlowa
(kritische Vierteljahrschrift XI pag. 526) in seiner Besprechung des Hart-
mann'schen Buchs citirt, mag zwar vom nalionalöconomischen Stand-
punkt zu Bedenken Anlaß gehen, da Tauschwerth und Gebrauchswerth ja
nur verschiedene Seiten desselben höheren Begriffs — des Werthes —
darstellen; aber gerade in dieser Einseitigkeit charakterisirt er den wesent-
lichen Unterschied zwischen Kauf und Tausch sehr scharf und deutlich.
2) Dies der Grundgedanke der ädilitischen Klagen, wie ihn Lass alle,
System der erworbenen Rechte, I pag. 104 und 105 meines Erachtens rich-
tig entwickelt. Vergleiche auch Dankwart, Nationalöconomie und Ju-
risprudenz IV pag. 30.
3) 1.11. §.2 D. de a. e. v. 19. Windscheid §. 389. 5.

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