Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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vr. Flesch,

Besten aus der entschiedenen, ja geringschätzigen Verwerfung,
die ihre Meinung gerade bei den neuesten Schriftstellern erfah-
ren hat. GruchoN) meint, au xeeunia morx sit, sei eine
alte scholastische Frage, deren das wirkliche Leben spotte, und
auch Goldschmidt bemerkt, es werde „wunderlicher Weise"
hierüber noch immer gestritten.
Gleichwohl können wir nicht völlig an der Frage Vorbei-
gehen, Venn bei schärferem Zusehen gewahrt man leicht, daß
der Streit noch keineswegs so vollständig entschieden ist, wie
man es nach den angeführten Aussprüchen Gruchot's und
Goldschmidt's annehmen sollte.
Die herrschende Meinung zwar stellt den Satz, daß Geld
Waare sein könne (Citate siehe unten §. 9), ohne alle Ein-
schränkung aus, freilich häufig auch ohne genauere Prüfung;
mehrere und bedeutende Schriftsteller aber haben sich gerade in
neuester Zeit von dieser herrschenden Ansicht getrennt.
Zu diesen gehört vor Allen — Goldschmidt selbst.
Derselbe sagt nämlich unmittelbar im Zusammenhang mit dem
oben citirten Ausspruchs):
„Der Geldwechsel ist in der Regel Kauf, nicht Tausch;

letzt und am Ausführlichsten bei Anrhes, Zeitschrift für Civilrecht und
Prozeß, Neue Folge xvm (1861).
Die letztere vertritt in der wir bekannt gewordenen Litteratur zuletzt
das in Frankreich, wie ich höre, viel verbreitete Buch vonBaignon: Theo-
rie legale des operations de Banque (1857).
En economie politique l’argent peut etre considere comme une
marchandise, en droit, il ne Test pas. Ou s’il est une marchandise
lato sensu la loi . . . . n?a pas voulu la lai&ser ä la liberte des eon-
ventions.
Wir sehen also noch ganz die Ansichten, die wir bereits im 17. Jahr-
hundert von Marquardt (de jure mercatorum) auf's Derbste zurückge-
wiesen finden (I. c. lib. II cap. XII).
1) Beiträge XI c.
2) §. 103 N. 11.

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