Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Die rechtliche Natur des Geldwechslergeschäfts. 325
Münzen, denen die Anerkennung durch die Rechtsordnung als
Geld sei es aus dem Weg des Gesetzes oder des Gewohnheits-
rechtes zu Theil geworden ist, Währung *).
Wir hätten also auf die Frage, was ist Geld im Rechts-
sinne, einfach antworten können: Geld im Rechtssinne ist
die Währung; nur wäre dies keine Darlegung des Begriffs,
sondern lediglich eine Zusammenfassung der unter ihn fallen-
den Objecte gewesen.
Bei uns nun gehört die Frage, was Währung ist, der
Reichsgesetzgebung an. Dieser unterliegt nach Art. 4, 3 der
Reichsverfassung:
„die Ordnung des Maaß-, Münz- und Gewichts-Systems",
das heißt eben die Entscheidung darüber, was Geld sein
foll1 2); und es ist bekannt, daß sie sich dieser Ausgabe mit
der größten Ausführlichkeit entledigt bat. Nach den in Frage
kommenden Gesetzen (namentlich Gesetz, betreffend die Ausprä-
gung von Reichsgoldmünzen vom 4. Dezember 1871 und Münz-
gesetz vom 9. Juli 1873 sind als Geld zu betrachten:
1) die Reichsgoldmünzen,
2) die silbernen Thalerstücke deutschen Geprägs und die öster-
reichischen Vereinsthaler 3) 4).
Geld im juristischen Sinn sind aber nicht auch die aus
Silber, sowie die aus Kupfer, Nickel oder Legirungen angefer-
1) Bergt. Goldschmidt §. 104 pag. im ff. Knies pag. 225ff.
2) Laband §.94 pag. 412.
3) Vergl. Art. 15 des Münzgesetzes und das Gesetz vom 20. April
1874. Die Reichsgoldwährung im eigentlichen Sinn des Wortes ist also
noch nicht eingeführt. Die anderen in Art. 15 aufgeführten Landesmün-
zen der früheren Währungen find nach und nach durch Verordnungen des
Bundesraths außer Cours gefetzt worden. Thatsächlich besteht wegen Zu-
lassung der Silberthater eine Doppelwährung. Vergl. Soetbeer, deut-
sche Müuzverfaffung pag. 68.
4) Ueber das Erforderniß der Bollwichtigkeit vergl. §. 9 des Gef. v.
4. Dez. 1871 und Art. 9 des Münzgesetzes.
XIX. N. %. VII.

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