Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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E. Ruhstrat,

festi. Das Beispiel ist freilich nur insofern zutreffend, als der
Herr unmittelbar berechtigt wird. Abgesehen von diesem Punct,
wegen dessen Paulus den Fall auch nun ansührt, ist er von
dem des Verzuges verschieden. Die Entstehung der actio furti
manifesti ist nur bedingt durch die Thatsache der Ertappung
des Diebes, wonach es gleichgültig ist. durch wen derselbe er-
tappt ist. Bei der mora verhält es sich ganz anders, denn so-
weit es zu ihrem Eintreten der Interpellation bedarf, kommt es
darauf an, wer dieselbe vorzunehmen hat. Wenn Jemand sie
vornimmt, der weder Mandatar, noch zur neg. gestio ver-
pflichtet ist, so wird dadurch, daß seiner Aufforderung nicht
Folge geleistet wird, nicht constatirt, daß der Schuldner zur
Zahlung nicht bereit ist. Er würde vielleicht erfüllen, wenn
ihm eine zur Mahnung befugte Person gegenüber stände. Von
einem Gestor würde er sogar vorherige Bestellung der cautio
de rato fordern können, weil die Leistung an den Gestor ihn
nicht vor der Genehmigung des Dominus liberiren würde und
er daher ohne Bestellung der cautio de rato durch etwaige In-
solvenz oder dolose Handlungsweise des neg. gestor in Schaden
kommen könnte, den die Gesetze ihm nicht zumuthen.
Der hier vertretenen Ansicht ist im Wesentlichen auch Madai
von der Mora S. 51, welcher annimmt, daß der bereits in
einer Geschäftsführung begriffene neg. gestor die Schuldner des
Dominus durch Mahnung in Verzug bringen könne. Dieser
Gestor kann es aber deshalb, weil er zur Verwaltung verpflich-
tet ist und weil das Mahnen säumiger Schuldner zu seinen
Pflichten gehört.

§. 4.
Die negotiorum gestio, welcher die Utilität fehlt.
Die Eröffnung einer neg. gestio begründet die Verwal-
tungspflicht des neg. gestor nur dann, wenn der Dominus

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