Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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E. Ruhstrat,

der generelle Gestor das, was er selber dem Herrn schuldete, nicht
von sich beigesordert oder in Rechnung gebracht hat, obgleich
die Verjährungsfrist, sich ihrem Ende nahte, so kann er nach
Eintritt der Verjährung mit der actio n. g. directa aus Zah-
lung des ganzen Schuldbetrags in Anspruch genommen werden.
L. 8 pr. (7) D. h. t.: Et ideo si is (qui negotia admini-
stravit) ex causa fuerit obligatus quae certo tempore
finiebatur, et tempore liberatus est, nihilominus actione
negotiorum gestorum erit obligatus.
Der Gestor hat alle Geschäfte des absens oder doch die
Verwaltung desjenigen Geschäftskreises übernommen, zu wel-
chem seine eigne Schuld gehört, und ist daher-quasicontractlich
verpflichtet, die Verwaltung sortzusühren und alle Geschäfte zu
besorgen, die jeder gute Hausvater besorgen würde. Daraus
folgt, daß er Forderungen beizutreiben hat, bevor sie ver-
jähren. Nun kann er zwar nicht unter allen Umständen jede
Forderung des Herrn verfolgen 26), da er keine Vollmacht hat,
vielleicht auch nicht einmal zur Bestellung der cautio de rato
im Stande ist, aber was er selber schuldet, kann er ohne Pro-
ceß von sich fordern. Hat er Gegenansprüche, für die er keine
Deckung vorfindet, so braucht er freilich, trotz der bevorstehenden
Verjährung, nicht zu erfüllen2 ?). Ebenso muß der Gestor, wel-
cher eine dem Dominus gehörende Sache für sich acquirirt hat,
wenn er von dem Eigenthumsverhältniß Kunde erhält, Jemand
bestellen, der im Namen des Herrn gegen ihn klagt, bevor die
Ersitzung vollendet ist2^.
Diese und ähnliche Pflichten des neg. gestor würden sich
schwerlich befriedigend erklären lassen, wenn die Verwaltung
26) Bergt, darüber Chambon a. a. O. §. io.
27) L. 35 §. 1 D. h. t.
28) L. 19 (18) D. h. t. In Ansehung der entsprechenden Pflichten
des Mandatars vergl. z. B. l. 31 D. mandati (17. l).

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