Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Ueber die actio negotiorum gestorum directa.

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dem Käufer rückgängig zu machen, um dadurch allen Weiterungen
mit dem Eigenthümer der Sache zu entgehen, wenn er vielmehr
verpflichtet wäre, zunächst die Erklärung des D. darüber abzu-
warten , ob er seine Genehmigung ertheilen wolle oder nicht.
Nach meiner Auffassung ist es nicht zweifelhaft, daß G. den
Kaufcontract wieder aufheben kann, ohne sich verantwortlich zu
machen, wobei es auch nicht darauf ankommt, ob er den Con-
tract in eigenem Namen oder im Namen des D. abgeschlossen
hat. Das angebliche Genehmigungsrecht des letzteren steht hier
völlig in der Luft, da es ihm an jeder Grundlage fehlt. Die Er-
klärung, daß im Namen des Herrn abgeschlossen werde, ist, ab-
gesehen von etwaigen gesetzlichen Bestimmungen, bis zur Geneh-
migung nicht mehr als ein bloßes Wort, das die Abschließenden
gemeinschaftlich zurücknehmen können, ebenso wie ein Antra-
gender seinen Antrag allein zurücknehmen kann. Vergl. unten
Note 40 a. E.
Daß der Geschäftsherr alle Berwaltungshandlungen ab-
lehnen kann, deren Vornahme nach den Grundsätzen eines guten
Hausvaters nicht gerechtfertigt erscheint oder in Ansehung deren
der Gestor annehmen mußte, daß der Herr sie nicht billigen würde,
ergiebt sich daraus, daß der Gestor nur insoweit Anspruch auf
Liberation oder Entschädigung hat, als er die ihm obliegende
Verwaltungspflicht gehörig erfüllt hat. Wenn er sich auf Han-
delsgeschäfte einläßt in Betreff deren er sich sagen mußte, daß sie
den Gewohnheiten oder Verwaltungsgrundsätzen des Herrn nicht
entsprechend seien, wenn er z. B. „venales novieios“ kauft oder
„aliquam negotiationem“ unternimmt, die der Herr nicht zu
unternehmen pflegte, so muß er selbst für den Zufall einstehen.
Der Dominus hat zur Zeit der Klage noch immer die Wahl, ob
er derartige Geschäfte genehmigen und damit als für ihn selbst
verbindlich anerkennen oder ablehnen will. Er kann sie ge-
nehmigen und damit die etwaigen Vortheile für sich in An-

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