Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Ueber die actio negotiorum gestorum directa.

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Die das Mandatsverhältniß und die neg. gestio beherr-
schende bona fides gestattet nicht, daß der Geschäftsführer durch
die Ausführung seiner Derwaltungspflicht lucrirt.
L. 10 §. 3 D. mand. (17. 1)-consequenter di-
cemus debere (procuratorem) praestare, quantumcun-
que emolumentum sensit, sive ei mandavi, sive non,
quia bonae fidei hoc congruit, ne de alieno lucrum
sentiat.
Kölln er a. a. O. S. 106 sucht die Bestimmung, daß der
Gestor jeden Erwerb, insbesondere auch ein ihm bezahltes in-
debitum herausgeben muß, aus dem Zusammenhänge mit
den Angelegenheiten des Herrn zu erklären, womit er den eigent-
lichen Grund nicht trifft. Ehambon a. a. O. S. 41 beschränkt
sich aus die Bemerkung, daß die dem Gestor obliegende Pflicht
jeden Gewinn zu reftituiren, eine nothwendige und natürliche sei,
die eines weiteren Nachweises nicht bedürfe.
Bon besonderem Interesse ist noch der in 1. 31 §. 1 (1. 30
§. 1) D. h. t. von Papinian behandelte Fall, in welchem das auf
dem Willen des Gestors beruhende negotium des einen Domi-
nus zugleich das objective negotium eines anderen Dominus ist.
Inter negotia Sempronii, quae gerebat, ignorans Titii
negotium gessit. Ob eam quoque speciem Sempronio
tenebitur, sed ei cautionem indemnitatis officio judi-
cis praestari necesse est adversus Titium, cui datur
actio. Idem in tutore juris est.
Eröffnet ein Gestor seine Geschäftsführung damit, daß er
Geschäfte des Sempronius für Titius besorgt, so entsteht die
actio neg. gestorum des Titius nach 1. 6 §. 10 D. h. t. erst
mit der Genehmigung des Titius. Anders liegt die Sache im
Fall der mitgetheilten Stelle. Der Gestor verwaltete für Sem-
pronius , war also zur Fortsetzung der Verwaltung verpflichtet.
Wenn er nun unter den Geschäften des Herrn, auch ein Geschäft

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