Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Hebet die actio negotiorum gestorum directa.

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Die Ansichten über den Umfang der Pflicht, eine begonnene
Verwaltung sortzusetzen, gehen aus einander. Ehambon?)
meint, daß der Gestor gehalten sei, einmal angefangene Geschäfte
vollständig zu beendigen und auch neue negotia zu besorgen,
sofern sie mit den früheren Zusammenhängen. Er beruft sich da-
für z. B. auf 1. 21 §. 2 D. h. t. und auf Mühlenbruchs
Pandecten §. 435, wo es heißt, daß der Gestor wegen unter-
lassener Handlungen nur in soweit haftet, als sie mit einem vor-
aufgegangenen Thun Zusammenhängen.
Weiter geht Köllner^), indem er sagt, daß der Gestor,
welcher die Verwaltung sämmtlicher Angelegenheiten übernom-
men hat, sich der Besorgung keines zu derselben gehörenden
Geschäfts entziehen könne, daß er dagegen, wenn er sich nur
einem Th eile der Geschäfte zugewendet habe, seine Thätigkeit
aus diesen Theil, und das, was damit in Zusammenhang stehe,
beschränken könne.
Damit stimmt die Ansicht Monroys^) im wesentlichen
überein.
Auch ich halte diese Auffassung für richtig, finde den Be-
weis dafür aber in dem Umstande, daß die gesummte Verwal-
tung, zu deren Ausführung der Gestor sich durch sein Eingreifen
verbindlich gemacht hat, gesetzlich als ein Geschäft mit verschie-
denen actus gerendi oder Einzelgeschäften, behandelt wird, wo-
raus von selbst hervorgeht, daß der Gestor, wenn er überhaupt
zur Fortsetzung einer übernommenen Verwaltung obligirt ist, auch
schuldig sein muß, dieselbe in ihrem ganzen Umfange weiterzu-
sühren, also auch ganz neue Einzelgeschäste zu besorgen, die mit
den bisherigen in einem untrennbaren Zusammenhänge nicht
stehen, aber nach den Grundsätzen eines guten Hausvaters an-
7) Die Negotiorum Gestio S. 81 ff.
8) Die Grundzüge der obligatio neg. gestorum S. 95.
9) Die vollmachtlose Ausübung fremder Vermögensrechte §. 22. Vergl.
auch S. 48 das.

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