Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

8. Ueber die actio negotiorum gestorum directa

lieber die actio negotiorum gestorum directa.

Von
E. Muhftvat,
Präsidenten a. D. in Oldenburg.

Wer eine dem Interesse des Dominus entsprechende nego-
tiorum gestio für denselben eröffnet hat, ist bekanntlich ver-
pflichtet, die Verwaltung in dem Umfange, in welchem sie über-
nommen ist, so lange fortzusetzen, als das Interesse des Domi-
nus es fordert. Er hat sich freiwillig in eine Zwangslage ver-
setzt , da es jetzt nicht mehr von ihm abhängig ist, ob er ver-
walten will oder nicht. Wie der Mandatar verwalten muß,
nachdem er einmal contractlich die Verwaltungspflicht übernom-
men hat, so muß der Gestor verwalten, nachdem er durch frei-
willige Eröffnung der Verwaltung verbindlich geworden ist, sie
fortzusetzen. Der Gestor eröffnet die Verwaltung freilich
obliganäi causa, aber jede Handlung, die er von jetzt an vor-
nimmt, verrichtet er geradeso wie der Mandatar solvendi causa.
Denn die ganze Verwaltung, sei es nun eines bestimmten
Geschäftskreises, z. B. einer Landwirthschaft, oder sämmtlicher
Geschäfte des Herrn, die den Umständen nach als von ihm in
die Hand genommen betrachtet werden muß, wird von den Ge-
setzen als eine Einheit, als ein Gesammtgeschäft behandelt und

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