Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Partelabsicht und Rechtserfolg.

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den Belasteten rechtlich zu verpflichten ist mit solchen Wor-
ten ganz und gar nicht nothwendig verbunden. Sie enthal-
ten an sich nichts als eben den Befehl an den Belasteten: und
die juristische Verpflichtung tritt nicht ein, weil sie gewollt ist,
sondern weil die Rechtsordnung den Ruf des Gewissens, daß
solchem Befehle gehorcht werden müsse, zu dem ihren gemacht
hat. Wie ließe sich sonst die geschichtliche Entwicklung des
Rechts der Fideicommisse erklären? So lange die Fideicom-
mifse Jedermann bekannt unklagbar waren, konnten die Te-
statoren, die ihren Erben solche auferlegten, unmöglich deren
rechtliche Verpflichtung beabsichtigen. Als nun Augustus semel
iterumgue gratia personarum motus, vel guia per ipsius
salutem rogatus guis ckieeretur, aut ob insignem quorun-
ckam perfidiam die Eonsuln anwies auctoritatem suam in-
terponere, hat er damit den Willen der Testatoren geändert?
hat sein Machtspruch mit der Gewalt eines Naturgesetzes be-
wirkt, daß von jetzt ab kein Testator mehr die Worte peto,
rogo, volo, mando, fidei tuae committo ohne Bewußtsein
der daran geknüpften Rechtsfolge schrieb?
Und so darf denn auch die Fortbildung des Fideicommiß-
rechts durch das 86 Vrebellianum durchaus nicht auf ein bes-
seres Verständniß des Gesetzgebers für den testatorischen Willen
zurückgeführt, und mithin auch die Frage, ob ein Vermächtniß
des Vermögens oder eines Bruchtheils desselben Universal- oder
Singularsuccession mit sich führe, nicht, wie unbegreiflicher
Weise eine Reihe der angesehensten Schriftsteller annimmt 118),
als eine offene, vom Gesetz nur für den Zweifelsfall zu Gun-
sten der Universalsuccession entschiedene angesehen werden. Prak-
tische Interessen, und nicht die Rücksicht auf den Willen des
Testators, haben das 80 Trebellianum und seine volle Wie-
ns) Pgl. Windfcheid §, 662* a. E.
16*

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