Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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Dr. O. L e nel,

Anstand, die Schlußfolgerungen dieser Construction zu ziehen °.
ist eine Forderung auf einen bestimmten Gegenstand (nicht
schlechtweg: id quod mihi Titius debet) cedirt und dieser
Gegenstand existirt zur Zeit des Kaufabschlusses nicht mehr,
so ist der Forderungskauf nichtig, und zwar selbst dann, wenn
eine Entschädigungsforderung für den Verkäufer begründet ist,
die an den Käufer abgetreten werden könnte; ist der geschul-
dete Gegenstand furtiv und einer oder beide Contrahenten
wissen dies, so treten die Grundsätze des kr. 34 §. 3 de contr.
empt. ein; hat er dem Verkäufer bekannte und von diesem ver-
schwiegene Mängel, so haftet derselbe aus Schadenersatz "*).
Wer diese Folgerungen der dona fides entsprechend findet, wird
darin ein weiteres Argument für unsere Ansicht erblicken.
Was das Forderungs Pfand recht anlangt, so bin ich be-
kanntlich nicht der einzige, dem es unmöglich scheint, von dem
Gedanken einer Verpfändung des F o r d e r u n g s r e ch t s zu dem
ms exigendi des Pfandgläubigers und dessen Pfandrecht an dem
eingezogenen Gegenstand der Forderung zu gelangen: darf sonst
der Pfandgläubiger das Pfandobjeet, auch wo das dem Schuld-
ner vortheilhaft ist, nicht consumiren, findet sonst keine Ueber-
schiebung des Pfandrechts von einem Gegenstand auf den andern
statt102), warum hier? Die richtige Lösung ist aber, daß das
Forderungsrecht in das Pfandrecht nur darum hereingezogen ist,
weil es das Mittel ist, das eigentliche Pfand zu erlangen. Ver-
pfändet ist die geschuldete Sache, und insofern bekenne ich mich
entschieden zu Exner's bekannter Theorie. Aber freilich darf
man diese Verpfändung im Sinne der Parteien nicht, wie E x -

101) Dagegen tritt die ädilicische Haftung nicht ein: der Forderungs-
verkäufer verkauft die Sache so, wie er sie zu fordern hat. Aus doloser
Verschweigung aber steht er ein, arg. fr. l §. l de A. E. v. fr. 69 §. 5
i. f. de eviction.
102) Vgl. Exner, Kritik des Pfandrechtsbegriffes S. 35 fgg.

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