Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Skizzen. I. Das Zinsmaximum beim foenus nauticum. 19

dieselbe doch unmöglich gegangen sein, daß sie innerhalb des
Umsanges einer einzigen Seile das gerade Gegentheil von dem
sagten, was sie eben vorher eingeschärst hatten. Hätte die Be-
stimmung von Iustinian das althergebrachte Recht des Seedar-
lehns total ausheben sollen, so hätten sie unmöglich die Ver-
sügung von Diocletian aufnehmen können, welche demselben
in Widerspruch damit volle und zweifellose („manikestum 68t")
Geltung zuerkennt.
Mit dem bekannten Gesichtspunkt eines historischen Hülfs-
mittels zur Erklärung des geltenden Rechts läßt sich diese Auf-
nahme nicht beschönigen, denn das Hülfsmittel hätte in diesem
Falle gepaßt wie die Faust aufs Auge. Das Verständniß des
angeblichen neuern Rechts bedurfte einer solchen historischen Er-
klärung so wenig, daß es durch die Aufnahme jener Stelle
eher gefährdet, als gefördert werden mußte. Im Sinne der
Compilatoren kann daher die Stelle von Diocletian nur das
geltende Recht aussprechen. Diese Annahme wird in meinen
Augen dadurch über allen Zweifel erhoben, daß die Bestim-
mung Iuftinians nicht in dem Titel: de foenore nautico
(4. 33), sondern de usuris (4. 32) steht. Der erste Titel
spricht von Seezinsen, der letztere von Landzinsen „usu-
rae communes", wie die 1. 1 Cod. des ersten Titels sie
nennt, und ich mache nur von Iuftinians eigener in der Const.
Tanta circa §. 15 gegebenen Anleitung zur Beseitigung schein-
barer Widersprüche in den Quellen1) Gebrauch, indem ich die
Ueberschrift des Titels, in dem Iuftinians Gesetz sich findet, zur
Erklärung desselben verwende. Indem die Compilatoren im

1) Contrarium autem aliquid in hoc Codice positum nullum sibi lo-
cum vindicabit nec invenitur, si quis subtili animo diversitatis rationes
excutiet, sed est aliquid novum inventum vel occulte positum, quod dis-
sonantiae querelam dissolvit et aliam naturam inducit discordiae fines ef-
fugientem.
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