Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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Dr. O. Settel,

Allein daraus läßt sich, meine ich, doch nur so viel entneh-
men , daß wer nicht seinerseits Eigenthum verschafft hatte, keine
actio praescriptis verbis aus die Gegenleistung hatte (nullarn
contradere permutationem cf. fr. 1 §. 2 eod.), keines-
wegs aber, daß der Gegner bei nicht verschafftem Eigenthum
selber klageberechtigt war. Das Letztere ist keineswegs nothwen-
dige Consequenz des Ersteren. Denn jener Satz wird von Pe-
dius lediglich als Schluß aus der Innominateontraetnatur des
Tauschs gesolgert, wie aus dem ideoque vgl. mit fr. 1 §. 2
eod. deutlich hervorgeht: die Verschaffung des bloßen Besitzes an
einer sremden Sache, für dessen Fortdauer nicht die geringste
Garantie besteht, war ihm keine genügende causa für die Obli-
gation des Gegeneontrahenten 44). Daraus auf den Inhalt der
beiderseitigen Obligationen selbst zu schließen, scheint mir voreilig
und willkürlich und vielmehr in dieser Richtung die analoge
Heranziehung des Rechts des Kaufs durchaus geboten. —
Ich glaube die Haltlosigkeit der herrschenden Auffassung
der Tradition durch das Bisherige genügend dargethan zu haben,
und ich kann daher auf die sehr wesentliche Unterstützung ver-
zichten, welche meine Ansicht durch die Grundsätze vom
error in dominio erfahren würde, wenn ich in Bezug auf
das Verhältniß von Wille und Willenserklärung diejenige An-
sicht zu adoptiren vermöchte, die neuerdings wieder in Zitel-
mann einen scharfsinnigen und beredten Vertheidiger gefunden
hat. Z. hält eine Willenserklärung, die willentlich und mit dem

44) So dürfte m. E. fr. l §. 4 de permut. auch nicht auf die Klage
dessen zu deuten sein, der dem Gegner Eigenthum verschafft hat, sondern
in engem Zusammenhang mit §. 3 auf die dessen, qui rem alienam tra-
didit: dieser kann in der That nur Rückgabe verlangen. Danach wäre
die Stelle anders als durch Mommsen geschehen, und weniger gewaltsam
im Sinn der Vulgata zu emendiren. Etwas Sicheres läßt sich freilich bei
der verdorbenen Lesart nicht ermitteln.

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