Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Parteiabsicht und Rechtserfolg.

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Tradition der Kaufsache augenscheinlich nichts als die Ausfüh-
rung des Verkauf- und Kauswillens, wie denn ja auch die Rö-
mer den Käufer nicht pro trudito, sondern pro emptore be-
sitzen lassen. Ist also nickt klar, daß auch die'Absicht beider
Tradition ex causa emptionis nicht darauf wesentlich gerichtet
ist, ut dominium transferatur, sondern darauf, ut emptori
rem hadere liceat? Und, wenn so bei der causa emptionis,
warum nicht ebenso auch bei allen übrigen causae? Vielleicht
wird man entgegenhalten, daß doch beim Tausch anerkannter
Maßen jede Partei der andern zur Eigenthumsverschaffung ver-
pflichtet sei. So weit verbreitet nun diese Meinung ist, so we-
nig wird ihre Richtigkeit durch den Inhalt der Quellen erwiesen.
Ein Anspruch auf das Interesse wird der beim Tausch betheilig-
ten Partei in den Quellen, so weit ich sehe, ausdrücklich nur im
Fall der Evietion der eingetauschten Sache gegeben — fr. 1 §. 1
de permut. (19. 4), c. 29 de evict. (8.44) —, nicht schon
bei nicht verschafftem Eigenthum. Allerdings heißt es in kr. 1
§. 3 de permut.:
ideoque Pedius ait alienam rem dantem nullam con-
trahere permutationem.

auf Eigenthumsverüußerung gerichteten Geschäfte bloß die Verpflichtung zur
Sachverschaffung hätten hervorgeheu lassen, so darf dieser Schluß nicht um-
gedreht werden. Dem auf Sachverschaffung gerichteten Geschäfte ist viel-
mehr die Verpflichtung zur Eigenthumsverschaffung ganz gemäß, und es
waren, wie Eck ausgeführt hat, nur historische Gründe, welche beim Kaufe
der Ziehung dieser Consequenz entgegentraten. Darum ist es auch kein
Gegenargument gegen die obige Ausführung, daß die Römer zwar nicht
aus dem Tausch (s. ob.) wohl aber aus der Stipulation rem dari und dem
Legat dai-e damnas esto Verpflichtung nicht nur zur Sach-, sondern auch
zur Eigenthumsverschaffung hervorgehen ließen; lassen sie doch auch aus
der traditio animo rei transferendae Eigenthum hervorgehen. Bei den
stricta iudicia mochte man triftige Gründe haben, den Schuldner strenger
zu obligiren: ick erinnere nur daran, daß hier der Schutz des Gläubigers,
der in dem Anspruch auf stipulatio duplae lag, wegfiel.
XIX. N. F. VII. 12

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