Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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R. von Jherinx-,
Seedarlehn im uneigentlichen Sinn, d. h. auf die Landzinsen
beim Seedarlehn bezogen werden kann. Eine Abschweifung
auf die eigenthümlichen Grundsätze, welche auf das Seedarlehn
im eigentlichen Sinn, d. h. auf die Zeit der Fahrt zur An-
wendung kamen, wäre hier um so weniger am Platz gewesen,
als die Aeußerung Papinians, mit der wir es hier zu thun
haben, wie die Ueberschrist: Rapin. lib. 3 Responsorum
zeigt, durch eine Anfrage über einen fpeciellen Fall veranlaßt
war, über welchen fein Rechtsgutachten gewünscht ward.
Ich habe es für nöthig gehalten, die Negative, daß der
§. 1 unserer Stelle nicht auf das Seedarlehn im eigentlichen
Sinn bezogen werden darf, so scharf zu betonen, weil derselbe
den Schein des Gegentheils erregt und bei dieser Supposition
schlechterdings nicht verstanden werden kann. Dieser Schein be-
ruht auf den Worten: in stipulatione koenoris post diern
periculi separatirn interposita, welche den Schluß zu in-
volviren scheinen, daß die vorhergehenden Worte sich aus die
Zeit „nute diern periculi" d. h. aus die Zeit der Seefahrt
beziehen. So verstanden würden dieselben den Satz enthalten,
daß der Gläubiger sich für die Zeit der Seefahrt an Spesen
für den Sclaven nur 1 p. c. des Kapitals („ad finem cen-
tesimae“) bedingen dürfe, was, wie oben bemerkt, sinnlos
wäre, da er sich unter anderm Namen als Seezinsen so viel
ausmachen konnte, wie er Lust hatte.
Treten wir jetzt dem positiven Inhalt der Stelle näher,
so ist so viel außer allem Zweifel: es handelt sich um das
Maß, bis zu dem die Landzinsen mittelst des Zuschlags auf
die Spesen für den Sclaven („pro operis servi trajectitiae
pecuniae gratia secuti“) erhöht werden dürfen. Ueber ein
gewisses Maß hinaus sind dieselben unstatthaft, („ad finem cen-
tesimae, non ultra duplum debetur) und die Art, wie

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