Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Skizzen. I Das Zinsmaximum beim kocuus nauticum.

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in wenig Worten mit. An Spesen für den Sclaven nach Ein-
tritt des Verfalltages darf der Gläubiger nicht mehr berechnen
als das gesetzliche Maximum der Landzinsen: 12 p. c. des Ea-
pitals, im Ganzen für Spesen und Zinsen also nur 24 p. c.,
jedoch steht es ihm frei, wenn er geringere Zinsen als die gesetz-
lich erlaubten bedungen hat, die Spesen um so höher anzu-
setzen, denn 24 p. c. darf er jedenfalls von seinem Gelde ma-
chen, wovon freilich die Unterhaltungskosten der Sclaven, Ab-
nutzungskosten des letzteren und die Capitalzinsen, abgehen, so
daß vielleicht nur 18 — 20 p. c. übrig bleiben — es wird der
Satz gewesen sein, den das Seedarlehn regelmäßig abwars.
Die Begründung dieser Erklärung der Stelle setzt zunächst
den Nachweis voraus, daß sie von Landzinsen, nicht von See-
zinsen handelt — oder besser, daß sie die Zeit im Auge hat,
wo die Seefahrt bereits beendet ist, und es sich um Rückgabe
des Capitals handelt. Derselbe ergiebt sich aus zwei Gründen.
Einmal daraus, daß es gar keinen Sinn gehabt hätte, die
Spesen wegen des Sclaven für die Dauer der Seefahrt einer
Beschränkung zu unterwerfen, da der Gläubiger einer derartigen
Beschränkung durch um so höheren Ansatz der Seezinsen einfach
hätte ausweichen können. Zweitens daraus, daß Papinian
in dem dem §. 1 vorausgehenden Principium der Stelle nur
von den Landzinsen beim Seedarlehn handelt und für sie den
Grundsatz aufstellt: „rnaMs legitima, usura, koenus non dede-
ditur", wobei es gleichgültig sei, ob die „trajectitia pecunia
sine periculo creditoris accepta sit an post diem praesti-
tutum et conditionem impletam periculum esse creditoris
desierit.“ Daran reiht sich dann nach einem Zwischensatz über
die Ungültigkeit der Pfandbestellung für höhere als die gesetz-
lichen Zinsen der obige Passus, der mithin in diesem Zusam-
menhänge nur aus die Frage, die Papinian allein beschäftigte:
die Anwendbarkeit der gesetzlichen Zinsbeschränkungen aus das

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