Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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E. Ruhstrat,

vollem Recht: von de^eei, 8ed obstiti, wogegen alle Decla-
mationen Ciceros nichts beweisen. Wer möchte wohl behaup-
ten, daß ein fehlerfreier Besitzer, der einen unbefugten Eindring-
ling, z. B. einen Hausfriedensbrecher, nach vorheriger War-
nung , durch Bedrohung mit Waffen zurückgeschreckt hatte, von
diesem mit dem interdictum do vi armata in Anspruch ge-
nommen werden konnte!
Auf die von Cicero versuchte Nachweisung, daß es gar
nicht in Betracht komme, ob Cäcina den juristischen Besitz ge-
habt habe, oder nicht, kommt daher nichts an. Hat Cäcina
den Besitz nicht gehabt, so stand der Besitzergreifung von Sei-
ten des Aebutius nichts im Wege und sobald diese erfolgt war,
durste Aebutius sich mit Gewalt im Besitz schützen. Es mag in-
deß über Ciceros Nachweisung noch Folgendes bemerkt werden.
Er sucht sie in §.91 durch die Bemerkung zu liefern, daß zwar
in dem gewöhnlichen interdictum unde vi, den Worten: „unde
ille me vi dejecit“ hinzugefügt werde: „eum ego posside-
rem“, daß aber dieser Zusatz in dem interdictum de vi ar-
mata fehle, woraus hervorgehe, daß zur Begründung dieses
Interdicts zwar die Dejection, aber nicht der Besitzerforder-
lich sei. Manche Juristen haben daraus geschlossen, daß zur
Begründung dieses Interdicts die bloße Detention, ohne juri-
stischen Besitz, genügend gewesen sei. S a v i g n y a. a. O. S. 427
bemerkt dagegen mit Recht, daß Cicero diesen Unterschied nicht
gemeint haben könne, denn Cäcina sei nicht etwa ein Pächter
gewesen, dem nur der juristische Besitz abgeleugnet sei, sondern
er habe entweder juristischen Besitz oder nicht einmal die Deten-
tion gehabt. Keller (1. e. eap. I §. 5 p. 376 seqq.) sucht
Cicero mit der Nachweisung zu rechtfertigen, daß zu seiner Zeit
der Begriff der Detention nicht so eng begrenzt gewesen sein
werde, als später und stellt sogar die Behauptung oder doch die
Bermuthung aus, daß selbst der Erbe eines Pächters oder Usu-

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