Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Skizzen. I Das Zinsmaximum beim koeuus nautieum.

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6886t, poena uti adsolet ob operas efus, qui eam
pecuniam peteret, in stipulationem erat deducta. 1. 23
de O et A (44. 7).
Dieselben hatten demnach nicht den Zweck, ein dem ent-
gangenen Werth der Dienstleistungen des Selaven entsprechen-
des Aequivalent zu gewähren, sondern den Schiffer durch die
Höhe ihres Betrags zur baldigen Rückzahlung des Capitals zu
nöthigen. Sie bildeten einen besonderen Posten neben den ver-
abredeten See- und Landzinsen, einen Theil der „sumtus om-
nes“ der 1. 122 §. 1 de V. O. (45. 1), der Spesen, wie wir
sagen würden.
In dieser Form ließen sich die gesetzlichen Bestimmungen
über das Zinsmaximum vollständig umgehen, der Darleiher
schlug, was die Zinsen nicht vertrugen, aus die Dienstleistungen
des Selaven, für die eine derartige gesetzliche Beschränkung nicht
existirte. Damit war der Ausweg entdeckt, um die Landzinsen
beim Seedarlehn dem Gesetz gänzlich zu entziehen, und sie ganz
aus dieselbe Höhe hinaufschrauben wie die Seezinsen, bei dieser
Gestalt der Sache hätte es dem Gläubiger völlig gleichgültig
sein können, wie lange der Anleiher das Capital behielt, es
warf ihm zu Lande ganz so viel ab wie zur See.
Wie sollte sich das Recht dem gegenüber verhalten? Hielt
es sich lediglich an die Form der Sache, so mußte es sagen: die
für den Selaven berechneten Spesen sind keine Zinsen, die
Zinsbeschränkungen finden darauf keine Anwendung. Hielt es
sich an die Sache, d. h. faßte es die Tendenz der Spesen
ins Auge, so mußte es sagen: es sind verkappte Zinsen, sie
bedeuten nichts als eine Conventionalpön für verspätete Ent-
richtung des Capitals, folglich finden auch auf sie die Grund-
sätze über die Zinsbeschränkungen und Conventionalpön An-
wendung.
Daß die Juristen diese Tendenz derselben richtig erkannten.

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