Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Ein Besitzproceß.

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behaftete, an ihr Landgut stoßende Grundstück, in ihrem Aufträge
gekauft hat. Allein diese Wahrscheinlichkeit, dieser gegen Aebu-
tius vorliegende Verdacht einer Untreue, wird durch solgende
Umstände säst auf Nichts reducirt. Wenn, wie Cicero in §. 15
behauptet, der Cäsennia von ihren Verwandten und Freunden
gerathen war, das Grundstück zu kaufen, diese Sache also im
Kreise der Freunde und Verwandten besprochen war und wenn
zur Zeit der Versteigerung die meisten Anwesenden wußten, fast
alle aber gehört hatten, daß Aebutius für Cäsennia biete, so
hätte es vier Jahre später doch möglich sein müssen, irgend einen
Zeugen für diesen Umstand beizubringen. Dazu ist Cäcina aber
nicht im Stande gewesen. Ja noch mehr fällt ins Gewicht, daß
zwei Zeugen vernommen sind, die jedenfalls etwas von dem
Auftrag gehört hätten, wenn er damals zur Sprache gekommen
wäre, daß aber diese Zeugen nichts von der Sache wissen.
Diese Zeugen sind Cäsennius, der als Erbe des jüngeren Fulci-
mus zur Zeit des Verkaufs Eigenthümer des fundus war, wes-
halb Cicero ihn autor fundi nennt, und der argentarius Clo-
dius, mit dem Beinamen Phormio, welcher die Versteigerung
besorgt hatte. Cicero bemerkt in §. 27, daß diese Zeugen ver-
nommen seien und zwar über die Versteigerung, aber nichts Er-
hebliches ausgesagt hätten. Wie unangenehm ihm dies war
und wie gut er erkannte, daß grade das Nichtwissen dieser
Zeugen um den fraglichen Auftrag, gegen seine Partei ins Ge-
wicht fallen könnte, ergiebt sich daraus, daß er das negative
Zeugniß derselben durch Herabsetzung ihrer Persönlichkeit abzu-
schwächen sucht. Er sagt nämlich wohl nicht bloß zur Erhei-
terung der Zuhörer (vergl. Bethmann-Hollweg a. a. O.
S. 589, Note 15): Ouo praeterea testes nihil de vi, sed
de re ipsa et de emtione fundi dixerunt: P. Caesennius,
autor fundi, non tarn autoritate gravi quam corpore
et argentarius Sextus Clodius, cui nomen est Phormio

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