Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

6. Ein Besitzprozeß

IV.

Ein Bcsitzproceß.
Von
E. Ruhstrat,
Präsident a. D. in Oldenburg.
Ich beabsichtige zu zeigen, wie ein im reinsten mündlichen
Verfahren, mit voller „Beweisverbindung" und freier Beweis-
prüfung, verhandelter Civilproceß auf Grund der Thalsachen,
welche nach dem Inhalt der Verhandlungen und dem Ergebniß
der Beweisführung als sestgestellt angesehen werden können,
entschieden werden mußte. Der Proceß ist freilich schon sehr alt,
aber da das Verfahren der damaligen Periode dem gegenwär-
tigen in mancher Hinsicht ähnlich war, und da die Fragen, von
denen die Entscheidung vorzugsweise abhängig war, noch jetzt
vollkommen practisch sind, so glaube ich, daß meine Ausfüh-
rungen auch für practische Juristen von Interesse sein werden.
Es handelt sich nämlich um den, aus Ciceros Rede für Cäcina
bekannten, Proceß des von Cicero vertretenen Aulus Cäcina
wider den durch Piso vertretenen Sertus Aebutius, betreffend
eine mit Gewalt und mit Waffen ausgeführte Besitzentsetzung
des Klägers. Während die älteren Philologen und Juristen sich,
bis aus Hot man, aus die Seite der von Cicero vertretenen
Sache stellten und der holländische Jurist H. E. Cras in einer
ausführlichen Dissertation darzulegen suchte, daß Cicero Recht
XIX. N. F. XII. 0

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