Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Die delegatio nominis und delegatio debiti etc.

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Schuldner des creditor; eine Frau übernimmt sowohl die
Schuld des Secundus als die des krimus. Nach Julian
sollen dies zwei Intereessionen sein, und demnach bei beiden
Intereessionen der Frau die exceptio aus dem 80. Vellejanum
zur Seite stehen. Anders Marcellus: nach ihm soll unter-
schieden werden, ob die Frau von Anfang an eine Schuldver-
bindlichkeit freiwillig übernommen hat oder ob sie von krimus,
nachdem sie durch Intercession für Secundus die yuasi debi-
trix des krimus geworden, dem creditor delegirt wird. Im
letzteren Fall ist die Delegationsstipulation der Frau an den
creditor gültig, weil sie durch die erste Intercession gewisser-
maßen Schuldnerin des krimus geworden war; dieser Grund
wird ausdrücklich für die Entscheidung des Marcellus angege-
ben. Daß das zweite Versprechen der Frau (das an den cre-
ditor) deshalb unanfechtbar sei, weil es ein reines Summen-
versprechen sei, wird nicht im Geringsten angedeutet; und es ist
kein Grund vorhanden, es hineinzuinterpretiren. Diese Dele-
gation der Frau ist eine delegatio nominis, krimus über-
weist seine durch die Intercession erlangte Forderung an die
Frau dem creditor. Nur so ist es erklärlich, daß nur eine
Intercession vorliegen soll: denn übernähme die Frau auf Ge-
heiß des krimus dessen Schuld an den creditor, so würde
eben auch hierin, wie in der ersten Uebernahme, eine Interces-
sion vorliegen und der Frau nach l. 19 v. de novat, et deleg.
(46, 2) die Einrede aus dem Senatusconsult zustehen 5). Wäre
5) ö. Salpius a. a. O. S. 121 vermag auch in der Thal die Anti-
nomie, welche sich zwischen der l. 19 i). h. t. (46, 2) und der hier bespro-
chenen Stelle seiner Auslegung nach ergiebt, nicht zu erklären; ebenso
Hosfmann (Beiträge zu der Lehre von der Delegation in Sell's Jahr-
büchern Bd. III S. 416). Bei einer delegatio nominis — wenn die
Frau Schuldnerin ist und einen anderen Gläubiger angewiesen erhält —
hat ja die exceptio aus dem 86. Vellejanum nicht statt, weil keine Schuld-
übernahme vorliegt. L. 24 pr. D. ad 86. Vellej. (16, 1). Debitrix mulier
a creditore delegata pro eo, cui delegata est, promisit, non utetur exce-

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