Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

F. Bernhöft,

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uns von Pomponius leider nicht gesagt. Vielleicht ließ er die
Frage offen; jedenfalls scheint er nicht so wie Pomponius ent-
schieden zu haben, weil dieser sich wohl sonst auf ihn bezogen haben
würde. Aber auch Pomponius leugnet den Eigenthumsüber-
gang nicht etwa wegen des Mangels der Uebergabe, sondern
nur deshalb, weil die ungefällten Bäume Theile des Grundstücks
sind. Er verweist daher den Käufer auf die Kaufklage. Wä-
ren die Stämme bereits gefällt gewesen, so hätte, wie hieraus
zu schließen ist, auch Pomponius ohne ausdrückliche Uebergabe
Eigenthumsübergang zugelassen.
Vielleicht ging Quintus Mucius noch weiter, und wollte
auch das Eigenthum an den ungefällten Bäumen durch den
Kaufabschluß übergehen lassen. Pomponius richtet sich unver-
kennbar gegen eine solche Ansicht. Zu der Anschauung der
spätern Zeit paßt sie allerdings garnicht, es war in dieser
zweifellos, daß ungefüllte Bäume Theile des Grundstücks
waren, und daß Theile nicht selbständig veräußert werden konnten.
Ich weise auch aus eine Stelle von Labeo hin^):
silua caedua in quinquennium uenierat: quaere-
batur, cum glans decidisset, utrius esset, scio 8er-
uium respondisse, primum sequendum esse quod
appareret actum esse: quod si in obscuro esset,
quaecumque glans ex his arboribus quae caesae
non essent cecidisset, uenditoris esse, eam autem,
quae in arboribus fuisset eo tempore, cum haec
caederentur, emptoris.
Wenn der Holzschlag in einem Walde auf fünf Jahre ver-
kauft ist, wem gehören die Früchte? Servius hatte entschieden,
daß im Zweifel die vor dem Fällen herabgefallenen dem Ver-
käufer, die bei dem Fällen noch auf den Bäumen befindlichen

4) L. 80. § 2. v. C. E. 18. 1.

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