Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

74

Beitrag zur Lehre vom Kaufe.

nec 18 per uiginti annos fuerit inquietatus, auelli
ei possessionem non oportet.
Das Eigenthum geht also durch den Kauf über; Stellen,
welche dies aussprechen, sind auch sonst nicht selten °).
Hiermit hängt eine oft in anderer Verbindung angeführte
Stelle von Labeo zusammen''):
nemo potest uideri eam rem uendidisse de
cuius dominio id agitur, ne ad emptorem transeat,
sed hoc aut locatio est aut aliud genus con-
tractus.
Im Kaufe wird die Erklärung abgegeben, Besitz über-
tragen zu wollen. In der Besitzübertragung liegt die Ueber-
tragung des ganzen Rechtes, welches der Uebertragende an der
Sache hat, also nach Umständen auch des Eigenthums. Eine
Ausnahme davon machen nur die Fälle des sogenannten ab-
geleiteten Besitzes.
Das Eigenthum geht daher beim Kaufe auch über, wenn
die Parteien nicht wissen, daß der Verkäufer Eigenthümer ist.
Paulus entscheidet :
qui ignorauit dominum esse rei uenditorem,
plus in re est quam in existimatione mentis:
et ideo, tametsi existimet se non a domino
emere, tamen si a domino ei tradatur, dominus
efficitur.
Wird bestimmt, daß das Eigcnthum nicht übergehen soll,
so liegt kein Kauf vor, auch wenn die Parteien den Vertrag
irrthümlich so bezeichnet haben.
Die dingliche und die verpflichtende Wirksamkeit sind beim
Kaufe streng zu unterscheiden. Der Verkauf einer fremden
6) Siehe z. B. Gaius II 61, 64. Paul. sent. IV 1, 9.
7) L. 80. § 3. v. C. E. 18. 1.
8) L. 9. § 4. D. iur. et fact. ign. 22. 6.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer