Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

F. Bernhöft, 71
äußere, ein Gegensatz zu der Erklärung, daß man sich ihrer ent-
äußern wolle."
Aehnlich erklärt ßeift12) den Kauf für „das Gegen-
einandertauschen von Waare gegen Geld".
Wenn ich trotzdem für die dingliche Natur des Kaufes
einen umfangreichen Beweis antrete, so geschieht dies, einmal
um sie außer allen Zweifel zu stellen, dann aber auch, weil
sie keineswegs allgemein anerkannt ist.
Man wird sogar nicht fehl gehen, wenn man die entgegen-
gesetzte Auffassungsweise als die herrschende bezeichnet. Fast
alle Pandekten-Lehrbücher berühren den dinglichen Charakter
des Kaufes, aus welchem sich doch viele Eigenthümlichkeiten
desselben allein erklären, mit keinem Worte. Als ein besonders
schlagendes Beispiel, daß die dingliche Natur des Kaufes bei
einzelnen Gelehrten sogar vollständig in Vergessenheit gerathen
ist, mag ein Aufsatz von Duncker angeführt werden. Hier heißt
es unter andern, in Beziehung auf die oben angeführten Stel-
len von Huber,3):
Es ist in der That unbegreiflich, wie Huber behaup-
ten kann, die Uebertragung des Eigenthums gehöre zum
Wesen des Kaufes; der Kauf sei nämlich conuentio
qua id agitur, ut dominium rei certo pretio in
alium transferatur. Vielmehr ist der Vertrag gerade
kein Kauf, wenn die Verabredung direkt auf Eigen-
thumsübertragung gerichtet ist.
Und weiter:
Die nähere Ausführung, welche Huber giebt, ist sehr
erbaulich, besonders das Scholium, welches folgenden

12) Leist: Manzipation und Eigenthumstradition S. 61.
13) Duncker „pactum reseruati dominii“. Rheinisches Museum Bd.
5. S. 77.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer