Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

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F. Eisele,

ex nobis tuendus est, qui prior ius eius2 3) adprehendit,
hoc est cui primum tradita est. si alter ex nobis a do-
mino emisset, is omnimodo tuendus est.
Weder der innere Zusammenhang jeder dieser beiden
Stellen, noch ihr Verhältniß zu einander ist meines Erachtens
bis jetzt vollständig richtig aufgefaßt worden. Vorab nicht
von denjenigen, welche dieselben als unvereinbar ansehen, und
dies dürfte die Mehrzahl sein; aber auch nicht einmal von
denjenigen, welche einen unauflöslichen Widerspruch zwischen
beiden Stellen nicht annehmen. Die einzelnen Schriftsteller
und ihre verschiedenen Ansichten hier aufzuführen, dürfte in-
dessen wenig Nutzen gewähren; förderlicher wird es sein, ein
wenig den Gründen nachzugehen, welche eine richtige Auffassung
verhindert haben. Da fällt denn vor Allem auf, daß man in
ganz formalistischer und den Zusammenhang ignorirender Weise
aus beiden Stellen nur dies herausgehoben und als Wider-
spruch gegenübergestellt hat, daß bezüglich der beiden Käufer
für welche an sich die Voraussetzungen der actio Publiciana
zutreffen, das eine Mal ein Unterschied gemacht wird, ob sie
von demselben Nichteigenthümer oder von verschiedenen Nicht-
eigenthümern gekauft haben, während in der andern Stelle
dieser Unterschied auf's Unzweideutigste für unerheblich erklärt
wird2).
2) Statt ins eius emendirt Mommsen ganz Plausibel iuste. Ist
aber dann die Erläuterung boe est eui u. f. w. nicht etwas müssig?
3) Sv kommt es dann, daß z. B. Huschke hier den Hebel an-
setzt, um den vermeintlichen Widerspruch zu lösen, indem er bei Ulpian
und Neratius je eine verschiedene Auffassung des Gegensatzes von ab
eodem non domino und a diversis non dominis unterstellt. (Gießener
Zeitschrift Bd. 20 (1844) S. 188). Es ist aber schon der Antecessor
Stephanus über diesen Stein gestolpert, was sich daraus ergiebt, wie
er (sobol. 1 zu Las. XV, 2, 9, pag. 42 des von Zachariae edirten
Supplements der Heimbach'schen Basilikenausgabe) die Ansichten des
Julian und Neratius einander gegenüber stellt: xai <pT]<JLv lovXtavds

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