Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Ueber die Frage: auf welche von mehreren Forderungen rc. 491
sätze des Römischen Rechts auf einen solchen Fall Anwendung
leiden können^").

8 10.
Was der Gläubiger durch Anrufung der Vollstreckungs-
gewalt erzielt, darf von ihm natürlich nur zur Deckung der-
jenigen Forderungen verwandt werden, für welche die Exe-
mtion vollzogen worden, und insofern bewegt sich die Anrech-
nungsfrage allerdings in engen Grenzen. So oft jedoch die
auf diesem Wege erzielte Befriedigung nicht ausreicht zur Til-
gung aller Forderungen, für welche die richterliche Vollstreckung
in Anspruch genommen worden, entsteht auch hier die Frage,
wie anzurechnen sei auf diese Forderungen, und auch in an-
derer Gestalt kann die Anrechnungsfrage in diesem Verfahren
Vorkommen").

60) Die sin dritter Instanz erfolgende, das erste Erk. wiederher-
stellende Entscheidung entnahm ihre Motive aus dem particularen Recht.
Ob mit Grund, hat hier zu untersuchen kein Interesse.
61) Mir hat folgender Fall Vorgelegen. A verkaufte dem ß ein
Grundstück für 1100 r., davon wurden 100 r. sofort bezahlt, 400 r.
sollten nach 3 Monaten berichtigt werden, die übrigen 600 r. wurden
auf das Folium des Grundstücks eingetragen. Als nun ß zur Verfall-
zeit die 400 r. nicht zahlen konnte, erlangte er nur dadurch weiteren
Eredit, daß er sich dazu verstand, für den noch unbezahlt gebliebenen
Kaufpreisbetrag von 1000 r. Wechsel, lautend auf je 200 r., auszustellen.
Zwei dieser Wechsel klagte dann A im Wechselprotest ein und erlangte
durch Ereeution in's Mobiliarvermögen des Schuldners zum Theil Deckung
für die eingeklagten Wechselbeträge von 400 r. Später belangte er
dann 0, der inzwischen Eigenthümer des für 600 r. hypothekarisch be-
lasteten Grundstückes geworden war, mit der aetio hypothecaria, und
dieser opponirte nun unter Anderem, daß A sich den Betrag, welchen
er aus die eingeklagten Wechsel durch gerichtliche Execution erzielt, auf
seine Hypothek-Forderung müsse anrechnen lassen, da unterschiedslos für
den ganzen Rest des Kaufpreises Wechsel ausgestellt seien, und die in
jenem Verfahren erreichte Zahlung, in Ermanglung einer anderweitig

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