Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

lieber die Frage: auf welche von mehreren Forderungen rc. 429
Aufforderung zu, sich nach Kräften an dieser Arbeit zu be-
theiligen.
So oft ich mich mit der Frage, die hier zum Gegenstand
der Erörterung gemacht wird, eingehend zu beschäftigen Veran-
lassung gehabt, bin ich immer mehr in der Ueberzeugung be-
stärkt worden, daß das Positive in den Bestimmungen des
Römischen Rechts keineswegs so weit reicht, als man gewöhn-
lich anzunehmen scheint, sich also auch diesem Gebiet ein frucht-
tragender Boden abgewinnen läßt. Davon kann sich auch
Zeder leicht überzeugen, der die Mühe nicht scheut, die verschie-
denen Gestaltungen, in denen sich das Geschäft der Zahlung
beim Vorgehen des einen oder anderen Theils mit Erklärungen
über die zu tilgende Forderung abwickelt, wenigstens in seinen
allgemeinsten Umrissen durchzugehen und sich darüber Rechen-
schaft zu geben, wie die einzelnen Fälle zu beurtheilen wären,
wenn keine sie treffende Vorschriften beständen. Eine Ver-
gleichung wird dann ergeben, daß das Römische Recht zwar
keineswegs detaillirte Bestimmungen für alle einzelnen Fälle
enthält, daß seine Vorschriften aber, so weit sie reichen, ganz
genau mit dem auch ohne dieselben gewonnenen Resultate
übereinstimmen.
Mit diesen Bemerkungen habe ich geglaubt die nachste-
hende Arbeit einführen zu sollen, weil der Weg, den sie ein-
schlägt, doch immerhin ein ungewöhnlicher ist und mir cs des-
halb geboten erschien, auf das Ziel, welches verfolgt werde,
aufmerksam zu machen.

8 1.
Die Tilgung einer Forderung durch Zahlung setzt die
Mitwirkung des Gläubigers durch Annahme der offerirten
Zahlung voraus. Seine Ablehnung kann eine unberechtigte
sein, aber die Forderung bleibt auch dann ungetilgt bis der

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer