Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

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Friedrich Zoll,

Der Grundsatz, daß die Höhe des geschenkten Betrages
über die Nothwendigkeit der Insinuation zu entscheiden habe,
reichte aber dann nicht aus, wenn sich diese Höhe bei Errich-
tung der Schenkung gar nicht ermitteln ließ, was offenbar
bei allen auf unbestimmte Zeit periodisch zu zahlenden
Renten der Fall war. Solche Schenkungen hatte Justinian
vor Augen und nur auf sie wollte er seine Verordnung ange-
wendet haben. Nun kann es nicht geläugnet werden, daß die
Vereinigung des ersten Ausspruches jener Verordnung mit
den Worten des zweiten 8i adiieiatur... große Schwierig-
keiten bietet, nachdem die beiden darin erwähnten Fälle auf
dasselbe hinauszugehen und durchaus keinen Gegensatz mit
einander zu bilden scheinen. Aus diesem Grunde glaubten
auch berühmte Rechtslehrer hier nur mit Teptesemendationen
aushelfen zu können.
So will Savigny hinter ternpu8 vitae das Wort here-
dum einfügen und daher den Satz vel adiieiatur.... auf
den Fall anwenden, wenn die Rente durch den Tod der näch-
sten Erben begränzt sein soll^). Mit dieser Emendation kann
man sich jedoch unmöglich einverstanden erklären. Zu was
hätte denn Justinian einen Fall ausdrücklich zu entscheiden ge-
braucht, für den die Hauptregel 8in autern etiarn.... voll-
kommen ausreicht, insbesondere, wenn man sie dem ersten AuS-
spruche gegenüberhält?
Dagegen will (Sutactug9 10) bloß das Wörtchen vel hinter
mentio in nec umwandeln, er liest nee adiieiatur tempus
vitae... und hält dieses nee für gleichbedeutend mit vel
non. Allgemein wird diese Emendation so aufgefaßt, daß in
dem einen Falle 8in autem etiam.... der Erben ausdrück-
9) System, IV, S. 214, Note r. Er stützt sich dabei aus eine
alte Jnterlinearglosse, die in einer Berliner Handschrift vorkommt.
10) OdservrrtionLk, XV, cap. XXII.

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