Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Heber das constitutum possessorium. 367
digung des Besitzes aufgehört hat, die factische Herrschaft
d. i. die Detention des Vermiethers zu sein. Denn die fac-
tische Herrschaft stand dem Besitzer als solchem, nicht seiner
Person zu.
Die meisten neueren Schriftsteller scheinen indeß mit Sa-
vigny einverstanden zu sein. Folgende haben sich darüber mit
Bestimmtheit ausgesprochen.
Randa^) sagt: Da der Besitzer die factische Herrschaft
über die Sache bereits hat, so bedarf es, um den Besitz für
den Dritten zu erwerben, nur des entsprechenden Willens
des Besitzers und des Erwerbers. Der bisherige Besitzer er-
scheint als Repräsentant des neuen Erwerbers. Gleichgültig
ist es, ob der bisherige Besitzer die Detention selbst hat, oder
durch Andere ausüben läßt. — Dabei beruft Randa sich
auf Savigny mit dem er einverstanden ist. Zur Widerlegung
dieser Ansicht wird indeß die Wiederholung der Bemerkung
genügen, daß die factische Herrschaft des Stellvertreters nur
deshalb die factische Herrschaft des Besitzers ist, weil derselbe
den Besitz hat, und daß sie nach der Beendigung des Besitzes
nur noch die factische Herrschaft des bisherigen Stellvertreters
ist. Denn eine Sache die man nicht besitzt, hat man nur in
seiner factischen Gewalt, wenn man diese selbst ausübt.
Ziebarth^) geht in der hier fraglichen Beziehung ganz
mit Savigny.
GoldschmidtM) bemerkt nur, daß Jemand die Waaren,
welche er durch Andere detinirt, im Wege des constitutum
auf Dritte übertragen kann.
Andere stellen das constitutum possessorium im wesent-
22) Der Besitz nach österreichischem Rechte mit Berücksichtigung des
gemeinen Rechts u. s. w. S. 201.
28) A. a. O. 8 1 Rote 10. u. 8 11 Note 16.
24) Handelsrecht B. 1 Abtheil. 2 S. 612 Note 22.

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