Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

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Ruhst r at,

lichen Gewaltverhältnisses genügen muß, daß die Detention
der Theorie nach vorhanden ist, ob man davon ausgeht, daß
der bisherige Besitzer, auf Grund des angeblich fortbestehenden
Repräsentationsverhältnisses, die Detention ohne weiteres zu
sich nehmen kann, selbst mit Gewalt, als wäre er Besitzer,
oder ob mit der Mandatsklage geholfen werden soll, und wie
fern die etwaige Zulässigkeit dieser Klage das erforderliche
körperliche Gewaltverhältniß begründet — darüber wird nähere
Aufklärung nicht gegeben. — Nach meiner Auffassung erreicht
das ganze Repräsentationsverhältniß, nebst den angeblichen
Aufträgen, mit dem Erlöschen des Besitzes fein Ende, weil
jeder Auftrag nichts zum Gegenstände hat, als die Repräsen-
tation und diese nichts als den Besitz. Die Repräsentation
kann ebensowenig ohne den Besitz bestehen, wie das Bild des
Spiegels ohne den Spiegel. Nach dem Aufgeben des Besitzes
liegt die Sache so, als wenn der Besitz nie bestanden hätte.
Was die Meinungen Anderer betrifft, so habe ich in dieser
Hinsicht noch Folgendes nachzutragen. Die früher nicht selten
vorgekommene, jetzt aber ziemlich allgemein verworfene Annahme,
daß der Besitz im Fall des constitutum possessorium durch
bloßen Vertrag übertragen werde, findet sich noch in Entschei-
dungsgründen des Oberappellationsgerichts zu Dresden von
J864. Dieselben sind mitgetheilt in Seuffert's Archiv B. 19.
Nr. 15, wo es heißt:
Von der 'Regel, daß das Eigenthum nicht durch bloßen
Vertrag, sondern durch körperliche Uebergabe zu über-
tragen ist, so wie von dem Grundsatz, daß Niemand
den Grund seines Besitzes durch einseitigen Willens-
entschluß ändern kann, bildet das sog. constitutum
possessorium eine Ausnahme, welche eintritt, wenn
der bisherige Besitzer die Absicht den eigenen Besitz
aufzugeben und den Besitz im Namen desjenigen, auf

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