Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Das Precarium und die Emphyteuse.

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behandeln darf und hat folgeweise auch die Befugniß
zum uti frui1). Ihm steht daher auch kein dingliches
Nutzungsrecht zrP). Da ferner der Contract keine Veräuße-
rung enthält^), fo verbleibt dem Verleiher nicht bloß das Ei-
genthum, sondern auch das unbeschränkte Eigenthum re-
fervirt. Das Recht des Emphyteuta ist daher kein das Ei-
genthum beschränkendes^) jus in re aliena, wie der
Ususfruct, sondern lediglich ein vertragsmäßiges^).
Wenn die römische Praxis dem Emphyteuta eine utilis rei
vindicatio gegeben hat^): — so beschränkt sich die Ding-
lichkeit seines Rechts hierauf^). Er steht also in seinem
1) Gerade, wie der Eigenthümer, welcher auch das ju8 »tendi
fruendi hat, aber nicht als separates Recht.
2) Dadurch unterscheidet er sich wesentlich vom Usufructuar.
Wäre sein Recht ein dingliches Nutzungsrecht, so müßte er ja juris quasi
possessor sein, während er eorporis possessor ist. Auch die Ver-
wandtschaft mit dem Ususfructus, welche Arndts a. a. O. S. 853 be-
hauptet, muß geleugnet werden.
3) Cit. 1. 1 C. h. t.
4) Wie Arndts a. a. O. S. 851 behauptet.
5) Dieser Ansicht ist freilich, soviel ich weiß, kein anderer Jurist.
Die einfachste und schlagendste Argumentation, daß die Emphyteuse kein
jus in re aliena ist, ist diese. Das jus emphyteuticum umfaßt, wie
das precarium rei, den ganzen Umfang des Ei gen thu ms; soll ein
solches Recht ein.Sachen-Recht sein, so könnte es, nur das Eigenthum
selbst sein, kein jus in re aliena. Auch kann man so argumentiren: —
Wäre das jus emphyteuticum ein der Servitut analoges Recht, so wäre
das precarium rei als die Ausübung einer Servitut auzusehen, was
nicht der Fall ist, da eben das precarium rei und die precario einge-
räumte Ausübung einer Servitut scharf unterschieden werden.
6) L. 1 § 1 D. h. t.: — quamvis non efficiantur domini, tamen
placuit competere eis in rem actionem adversus quemvis posses-
sorem.
7) Das heißt er kann Zwecks Ausübung seiner Gerechtsame das
Grundstück vindiciren und sich durch exceptio juris in re in Besitz er-
halten. Die Dinglichkeit des emphyteutischen Rechts hat daher am meisten
Aehnlichke.it mit der des Pfandrechts an einer Sache. Denn hier be-

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