Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

328 H- Dankwardt,
keine Gemeinschaft'). Denn der Canon ist eine bei der Ver-
leihung dem Emphyteuta auferlegte Grundrente (ähnlich einer
deutschrechtlichen Reallast), von deren prompter Zahlung der Be-
stand des emphyteutischen Verhältnisses abhängen soll. Der
Canon ist oft so geringfügig, daß er im Verhältnisse zur Größe
des Werthes der Früchte gleich null zu achten ist^), und er
darf nie so hoch sein, daß er eine wirkliche Pachtsumme bildet^).
Ist letzteres der Fall, so liegt kein emphyteutischer, sondern
Erbpachtcontract vor. Weil die Verleihung der Emphyteuse ein
Benestcium ist, kann es auch keinen Verkauf eines Grund-
stückes zu emphyteutischem Rechte geben. Ein solcher Con-
tract ist als Erbpachtcontract mit der Nebenberedung zu in-
terpretiren, daß ein Theil der Pacht in bestimmter Summe
1) Ja, nicht einmal eine Aehnlichkeit, — weder societatem noch
similitudinem, wie der Kaiser Zeno in eit. i. 1 C. h. t. sehr richtig
sagt, und deshalb für die Beurtheilung des emphyteutischen Contraetes
die Grundsätze der Pacht, ja sogar deren Analogie, ausschließt. Der
Gesichtspunct der loe. rei rührte bei den römischen Juristen von einer
unrichtigen Auffassung des Canons her (Theophilus loc. eit.) bei den
heutigen Juristen daher, daß einzelne Pandectenstellen den ager vectiga-
lis eine res perpetuo locata nennen, und daß sie nun der Ansicht sind,
Zeno habe die Analogie der Pacht nicht ausschließen wollen. Allein Zeno
schließt allerdings den Gesichtspunct der Pacht vollständig aus, indem
er ihn geradezu für einen Jrrthum erklärt, und dadurch verlieren die Di-
gestenstellen, soweit sie die Emphyteuse als Pacht behandeln, alle Be-
deutung.
2) Nov. 7 c. 3 § 1: — quae praedia magni quidem pretii sunt,
verum ex quibus minimus vel plane nullus reditus percipitur.
3) Dadurch würde die Verleihung den Character der Liberalität ver-
lieren, also der Begriff der Emphyteuse aufgehoben werden. Wenn die
Gesetze nirgends einen Unterschied zwischen Pachtzins und Canon sta-
tuiren, so darf Arndts a. a. O. S. 862 daraus nicht folgern, daß kein
Unterschied existi re. Der eigeuthümliche Begriff-des Canons folgt aus
der rechtlichen Natur der Emphyteuse. Auch will ja Zeno in eit. 1.1 b. t.
ganz offenbar sagen: — weil der Canon kein Pachtzins sei,
ja, nicht einmal eine Aehnlichkeit damit habe, könne der Cmphyteutc
wegen UnglücksfäUe keine Remision beanspruchen.

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