Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Das Precarium und die Emphyteuse.

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den Erben des Precaristen'), welcher jedoch aus dem Dolus
des Erblassers nur für die Bereicherung haftet^). Denn da
Precarium kein Contract ist, so kann die dolose Vernichtung
oder Beschädigung der Sache nur aus dem Gesichtspunkt eines
Delicts beurtheilt werden. Kläger ist der, von dem der Be-
klagte die Sache precario hat, also wenn Jemand mit Ein-
willigung des Dominus eine fremde Sache precario giebt,
der Concedent, nicht der Dominus^), Beklagter, wer
precario hat, sei es daß er die Bitte selbst oder durch einen
Stellvertreter gestellt oder die, von einem Andern für ihn ge-
stellte, Bitte ratihabirt hat^).
8 20.
Das Interdici, obgleich eine persönliche Klage, hat doch
noch einen eigenthümlichen Character, wodurch es als eine Ana-
logie der rei vindicatio und resp. negatoria in rem
actio erscheint. Es ist, wie die actio tinium regundorum"),
wird die precaria possessio erst mit der Verweigerung der Restitution.
Uebrigens wird dieselbe nicht erst dadurch eine ingusta. Denn injustus
possessor heißt nicht bloß der unredliche Besitzer, sondern auch der
redliche, wenn ihm die jnsta causa dominii acquirendi resp. usu-
capiendi fehlt. Injusti possessores in diesem Sinne sind auch der Faust-
pfandgläubiger und der Emphyteuta. L. 13 pr. § 1 D. d. Publ. (6.2).
L. 3 § 5. D. d. A. vel A. P. (41. 2). In der letzteren Stelle wird
die precaria pessessio au sich als injusta bezeichnet.
1) L. 8 § 8 h. t.
2) Cit. 1. 8 § 8 eod. Wird er wegen levis culpa in Anspruch ge-
nommen, so hat er die exceptio doli. Vgl. oben §4 Rote 1. — Auch
der Pupill, dem ohne Zuziehung des Vormundes eine Sache precario
gegeben ist, haftet dem Jnterdiet gegenüber; denn es handelt sich hier
nicht um eine vertragsmäßige Obligatio, sondern um eine obligatio ex
lege, aber er kann nur belangt werden aus das, was er hat. L. 22
pr. h. t.
3) L. 8 pr. h. t.
4) L. 13 eod.
5) L. 1 I). tin. reg. (10. 1): Finium regundorum actio in per-
sonam est, licet pro vindicatione est.

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