Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

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H. Dankwardt,

der kructus iuturi eine wirkliche Schenkung, soweit sie du-
rante conditione precarii separirt sind ').
8 10.
Es ergiebt sich von selbst, daß Niemandem seine eigene
Sache precario gegeben und daß Niemandem an seiner eige-
nen Sache precario der Inhalt einer Servitut eingeräumt
werden kann1 2 3).
§ 11.
Dem Precarium ist wesentlich die Absicht des Conceden-
ten, ein dauerndes'*), nicht bloß temporäres Verhältniß zu
begründen. Dennoch kann das Precarium auf bestimmte
Zeit ftattfinden4 5). Denn damit wird nicht gesagt, daß das
Verhältniß mit dem Ablauf des dies definitiv zu Ende
sein soll, sondern die Prolongation und Renovation des
Precariums bleibt dabei als möglich gedacht und in Aussicht
gestellt^). Die Erklärung, daß es mit einem bestimmten Tage
1) L. 9. § 1 I). de donat. (89. 5).
2) L. 4. § 3. h. t: Item si rem meam precario rogavero, ro-
gavi quidem precario, sed non habeo precario, quia receptum
est, rei suae precarium non esse. L. 45 pr. D. d. R. J.
Neque pignus neque depositum neque precarium neque emptio
neque locatio rei suae consistere potest. Wohl aber kann dem Eigen-
thümer der bloße Besitz an seiner eigenen Sache precario eingeräumt
werden. Vgl. unten 8 28.
3) Nonnunquam in longum tempus precarium conceditur. L. 8.
8 7. h. t. In diesem Punkte hebt sich das Precarium am schärfsten
vom Commodat ab. Bei dem letzteren wird nur an ein temporäres,
vorübergehendes Verhältniß gedacht. Die res commodata erscheint als
eine Sache, welche der Commodant nicht lange entbehren will. Dagegen
gleicht es hierin wieder der concessio peculii. Vgl. 1. 25. I>. d. pe-
culio (15. 1): — id vestimentum peculii esse incipit, quod ita dedit
dominus, ut eo vestitu servum perpetuo uti vellet.
4) K 12. h. t.
5) L. 4. 8 4 eod. Unterhvlzner, Francke, Meyerseld
a. a. O.

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