Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Civilistische Kleinigkeiten.

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Quod ait senatus: „eos qui bona invasissent, quae
scirentad se non pertinere, etiam si ante litem conte-
statam fecerint, quo minus possiderent, perinde condem-
nandos, quasi possiderent“, ita intellegendum est, ut et
dolus praeteritus in petitionem hereditatis deduceretur:
sed et culpa et ideo ab eo qui ab alio non exegit vel
a semet ipso, si tempore esset liberatus, peti hereditatem
posse: hoc utique si exigere potuit.
Zunächst wird nicht bestritten werden können, daß die
angeführten Senatsworte ebenso wohl auf den Fall bezogen
werden müssen, wo der Beklagte sämmtliche in seinem Besitz
befindliche Erbschaftssachen veräußert, verzehrt, zerstört hat, als
auf den, wo dies nur bezüglich einzelner derselben der Fall
ist. Wenn dann Ulpian sagt, es seien diese Worte dahin zu
verstehen, daß auch dolus praeteritus und culpa in Betracht
kommen, so wird man auch das auf beide Fälle beziehen müssen,
da nicht die mindeste Andeutung vorliegt, die darauf führte,
das „sed et culpa“ auf den letztern der beiden möglichen
Fälle einzuschränken. Würde daher die Stelle mit dem Worte
culpa schließen, so könnte es nicht zweifelhaft sein, daß Ulpian
den Beklagten auch in dem Fall mit der her. pet. Haften
lassen will, wo derselbe sämmtliche in seinem Besitz befind-
lichen Erbschaftssachen eulpos verloren Hat, daß mithin zu-
folge dem Obengesagten dasselbe für eulposen Besitzverlust bei
der rei vindicatio zu gelten hat. Fraglich kann sonach nur
noch sein, ob etwa aus den folgenden Worten: et ideo u. s. w.
die aus dem erstern Satz nicht ersichtliche Einschränkung des
„sed et culpa“ aus den Fall, wo der Beklagte immerhin noch
etwas aus dem Nachlasse in seinem Besitz behält, sich ergebe.
Das scheint sich denn, die Sache von Weitem angesehen, auch
zu bestätigen, denn der Senat spricht ja von bona und Ulpian
im zweiten Satz von einem einzelnen nomen hereditarium.

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