Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Der Arbeiter-Vertrag.

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Erstes Capitel.
Die locatio conductio operarum.
I Begriff.
Vorbemerkung.
8 16.
Der Begriff der locatio conductio operarum hat ob-
jektive und subjective Bestandtheile, das heißt: — es ist zu
unterscheiden der Contract an sich und die wesentlichen
Voraussetzungen in der Person der Contrahenten.
A. Der Contract an sich.
§ 17.
Die locatio conductio operarum ist der Vertrag, durch
welchen der eine Contrahent (Arbeiter) dem andern (Arbeits-
geber) für einen (absolut oder relativ) bestimmten Zeitraum
seine Dienste gegen einen bestimmten Lohn in Geld') zur
Verfügung stellt1 2 3). Daß die Dienste operae locari solitae3)
sind, ist nicht mehr erforderlich.
1) Nebenleistungen in anderer Form ändern die Natur des Ver-
trages nicht. .Arg. 1. 8. § 1. D. d. A. E. V. (19. 2). Solche Neben-
leistungen kommen besonders beim Gesindevertrage vor, z. B. Wolle,
Flachs, Leinewand. Besteht das Aequivalent auch nicht theilweise in
Geld, so ist der Vertrag als eine Analogie der loc. operarum zu be-
handeln. So der Gesindevertrag, wenn der Dienstbote um's bloße Brod
dient. — Vgl. Seemanns-O. § 69.
2) L. 38 pr. D. loc. cond. (19. 2): Qui operas suas locavit.
Donelli comment. Tom. III. lib. VIII. c. 9. § 10:-„tanquam
rem et corpus frueudum daret, quod locasset.“ lieber das Mo-
ment , wodurch sich die loc. operis von der loc. operarum unter-
scheidet , siehe Dankwardt in Jhering's Jahrb. XIII. X. E. I. Drittes
Heft 9ffr. 7. 8 3.
3) Dankwardt a. a. O. § 5.
XIV. N. F. II.

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