Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

182

F. Bernhöft,

Allerdings erwähnt Gajus40) bei einer actio empti die
praescriptio „ea res agatur de fundo mancipando“.
Diese praescriptio sollte, wie Gajus selbst sagt, dazu dienen,
um dem Käufer für den Fall, daß er mit seinem Anspruch
auf Manzipation abgewiesen würde, den Anspruch auf bloße
Uebergabe vorzubehalten. Das Vorkommen dieser praescriptio
beweist also keineswegs, daß der Käufer einer res mancipi
immer Manzipation verlangen konnte, deutet vielmehr eher auf
das Gegentheil hin.
Ferner sagt Paulus 4l):
si id quod emptum est neque tradatur neque
mancipetur, uenditor cogi potest, ut tradat aut
mancipet.
Diese Stelle spricht offenbar gegen die Ansicht von Eck,
denn der Verkäufer soll nicht gezwungen werden zu übergeben
und zu manzipiren, sondern zu übergeben oder zu manzipiren.
Die andern von Eck angeführten Fälle sind bereits erklärt.
Der Verkäufer, welcher wissentlich eine-fremde Sache verkauft42),
handelt unredlich und haftet deshalb. Ferner haftet der Ver-
käufer in allen Fällen, in welchen wegen der Mangelhaftig-
keit seines Rechtes dem Käufer ein Vortheil entgeht43). Wenn
der Käufer das Eigenthum der gekauften Sache aus einem
andern Grunde erlangt, so hat der Verkäufer keinen Anspruch
auf den Preis 44). Verspricht der Verkäufer Eigenthumsüber-
tragung 4Ö), so wird er allerdings dafür haften, aber nur wie
für alle Versprechungen.

40) Gajus IV,,131. a.
41) Paulus sent. rec. I 13. a. § 4.
42) Vgl. Eck a. a. O. S. 26.
43) Vgl. Eck a. a. O. S. 29 ff.
44) Vgl. Eck a. a. O. S. 31.
4b) Vgl. Eck a. a. O. S. 27.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer