Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Beitrag zur Lehre vom Kaufe.

181

hat; ferner wenn der Käufer den gekauften Sklaven freiläßt,
aber wegen mangelnden Eigenthums das Patronatsrecht nicht
erlangen kann; endlich wenn dem Käufer das Kind der ge-
kauften Sklavin entzogen wird. Er wird nicht haften, wenn
ihm wegen fehlenden Eigenthumö anderweitig ein Vortheil ent-
gangen oder ein Schade zugefügt worden ist, z. B. wenn er sich
einem andern gegenüber verpflichtet hatte Eigenthum an der be-
treffenden Sache zu übertragen; dann würde ihn der Schade
wegen seiner eignen Schuld treffen, da er keinen Anspruch
darauf hatte auf Grund des Kaufes Eigenthümer zu werden.
In neuerer Zeit hat Eck^) den Nachweis versucht, daß
schon nach römischem Recht in vielen Fällen Eigenthumöüber-
tragung verlangt werden konnte, und daß diese Fälle sogar als
die Regel anzusehen feien.
Dazu stimmt nicht, daß die Römer mehrfach grundsätzlich
betonen, der Verkäufer habe kein Eigenthum zu übertragen,
sondern nur dem Käufer den thatfächlichen Besitz („lindere
licere") zu verschaffen. Selbst Julian, welcher die weitgehend-
sten Ansprüche an den Verkäufer stellt, fordert, wie oben ge-
zeigt, nur die Uebertragung unentziehbaren Besitzes.
Daß der Kauf eine iusta causa transferendi dominii38)
bildet, ist kein Beweis für die Meinung von Eck; wenn der
Verkäufer Eigenthümer ist, so überträgt er allerdings Eigen-
thum , aber er ist deshalb nicht zur Eigcnthumsübertragung
verpflichtet.
Daß'") der Käufer einer res mancipi Manzipation ver-
langen konnte, ist nicht zuzugeben. Die Stellen, welche Eck
anführt, beweisen das nicht.
37) Die Verpflichtung des Verkäufers zur Gewährung von Eigcn-
thum.
38) Eck a. a. O. S. 24.
39) Eck a. a. O. S. 25.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer