Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Beitrag zur Lehre vom Kaufe.

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örtert bleiben, es sei sogar dahin gestellt, ob die Unterscheidung
der Geltting des Vertrages und des Rechtsverhältnisses vom
Standpunkte der Römer aus zu rechtfertigen ist. Die in
Frage stehende Stelle macht eine solche Unterscheidung jeden-
falls nicht. Sie sagt deutlich „emptionem non 6886." Er-
klärt man diesen Ausdruck in der Weise, daß man den Kauf
dennoch als gültig ansieht, so ist das gegen ihren offenbaren
Sinn. Auch ist zwischen den Ausdrücken „emptio non 68t"
und „emptio non tenet"**), wie oben gezeigt, ein Unterschied
zu machen.

3. „Ex bona fide.“ (§ 8.)
Cicero berichtet uns *):
Q. quidem Scaeuola pontifex maximus summam
uim dicebat esse in omnibus iis arbitriis in qui-
bus adderetur „ex fide bona", fideique bonae
nomen existimabat manare latissime, idque uer-
sari in tutelis societatibus fiduciis mandatis rebus
emptis uenditis conductis locatis quibus uitae so-
cietas contineretur, in his magni esse indicis
statuere (praesertim cum in plerisque essent indi-
cia contraria) quid quemque cuique praestare
oporteret.
Man pflegt den Ausdruck „ex bona fide" gewöhnlich so
auszulegen, als ob er auch in den ältesten Zeiten den Richter
ermächtigt habe nach seinem Ermessen und nur der Billigkeit
folgend die Verpflichtung des Verklagten festzustellen.
Dem gegenüber hat Bekker^) nachgewiesen, daß die Worte
34) Koeppen a. a. O. S. 283. Anm. 288 am Ende.
1) Cicero offic. III. 70.
2) Bekker die Aktionen des römischen Privatrechts. Bd. I. S. 160 ff.
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