Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Gesetzeskollisionen.

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nach seinem eigenen Personalstatut Rechte an derselben erwerben
wollen. Denn das wäre eine petitio principii; erst wenn
er Eigenthum schon erworben hat. beherrscht ja sein Personal-
statut die Mobilie. M. a. W. von zwei Eigenthumspräten-
denten muß stets das Personalstatut des Auktors sowohl für
seinen Eigenthumsverlust wie für des Successors Eigenthumser-
werb maßgebend sein. So entscheidet auch Lspers 0 n, Journal
VIII, S. 214, vom Standpunkt des italienischen Rechts die
Frage, welchem Ortsrecht die Aquisitivverjährung an Mobilien
unterliege zu Gunsten der „loi nationale du propri6taire
contre lequel on invoque cette exception, et non de celle
du proprietaire qui l’invoque, puisqu’il n’est pas proprie-
taire tant que la prescription n’a pas ete accomplie.“
Wir wiederholen: Absicht der vorstehenden Ausführungen
ist nicht, den Satz, daß für das Mobiliarsachenrecht das Per-
sonalstatut des Eigenthümers gelte, theoretisch oder de lege
ferenda zu vertreten. Rur das wollten wir als unanfechtbar
hinstellen, daß jener Satz noch heute vielfach als lex lata
geltendes Recht ist.
Wornach sollen wir nun in solchen Fällen die Vorfrage
entscheiden, ob eine bestimmte Sache beweglich oder unbe-
weglich ist?
Soweit die Frage überhaupt aufgeworfen wird — sie
wird in solchem Sinne (nämlich als Vorfrage) regelmäßig
gar nicht klar gestellt — antwortet man ziemlich allgemein:
nach der lex rei sitae. Dies ist sehr natürlich für Theoretiker,
welche die unbedingte Geltung der lex rei sitae für das
Sachenrecht vertreten und die ältere Lehre als falsch und
undurchführbar bekämpfen. Daß aber meist auch diejenigen,
welche auf dem Boden der alten Lehre stehen, das Gleiche
annehmen, das dürfte billig zu verwundern sein (vgl. Laurent
VII, S. 201 ff.. 211 ff.; Story §447; Esperson o.a.D.

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