Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Gesetzeskollisionen.

57

eines Instituts folgt somit noch lange nicht internationale
Identität aller dieses Rechtsinstitut regelnden Normen. Die
Präsumption und die Fiktion haben, wenn auch dem ursprüng-
lichen Gedanken folgend, hier so, dort anders Ablagerungen
gebildet. Der Kern ist der gleiche geblieben, die Ansähe sind
verschieden.
Inwieweit solche territorialgesehliche Dissonanzen sich in
internationale Harmonien auflösen lassen, inwieweit Mißklänge
hervorgehen, welche nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge
nicht zu heben sind, ist Gegenstand der nachfolgenden zweiten
Abtheilung unserer Untersuchung.
§ 16.
Staatsangehörigkeit.
Wir haben oben (§ 8) auszuführen gesucht, daß, wo ein
Satz des internationalen Privatrechts das Personalstatut nach
dem Gesetz der Staatsangehörigkeit bestimmt, hiermit unmög-
lich etwas anderes verstanden sein kann, als die öffentlich-
rechtliche Angehörigkeit, die Unterthanenqualität zu einem be-
stimmten Staate. Privatrechtliche Staatsangehörigkeit ist ein
ecmtraäietum in aäfeeto. Wenn daher Bluntschli in Er-
läuterung des § 2 des Züricher Gesetzbuchs ausführt, das
Heimathsrecht werde verschieden verstanden unter den ver-
schiedenen Völkern, so werden damit zwei Rechtsnormen zu-
sammengeworfen: die eine, welche das Heimathsrecht einer
Person regelt; die andere, welche entscheidet, ob diesem Hei-
mathsrecht oder einem anderen Kriterium das Personalstatut
folge — eine Vermengung, welche unglücklicherweise die ge-
setzliche Anerkennung der Rückverweisung im Züricher Recht
zur Folge gehabt hat (s. oben § 6 Anm. 1).
Nun sind die Gesetze über Erwerb und Verlust der Staats-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer