Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Die Versicherung für fremde Rechnung.

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bei der Geltendmachung des Ersatzanspruchs nach
Eintritt eines Schadens ; für diesen Fall bleiben die Pflichten
des Versicherungsnehmers also mangels eines erkennbaren Ver-
zichtes allemal bestehen.
Im Einzelnen ist zu beachten:
a) Wenn über die Versicherung der Interessen des Ver-
sicherten eine besondere Polize ausgestellt ist, dann ist der
Versicherungsnehmer verpflichtet, dem Versicherten dieselbe
auszuhändigen.
Dies findet regelmäßig nur bei der See- und Binnen-
transportversicherung statt90), und die Pflicht des Versiche-
rungsnehmers ruht hier so lange, als dieser wegen der gegen
den Versicherten in Bezug auf den versicherten Gegenstand ihm
zustehenden Ansprüche noch nicht befriedigt ist (HGBuch Art.
893). Ueber dieses Retentionsrecht an der Polize ist nachher
unter Nr. II zu handeln.
b) Handelt es sich um die Geltendmachung des
Ersatzanspruchs, so muß der Versicherungsnehmer auf
Verlangen des Versicherten als dessen Stellvertreter, in dessen
Namen die Versicherungssumme einkassiren oder einklagen und
darüber Rechnung ablegen. Er haftet dann, wenn eine andere
Art der Realisirung als die von ihm gewählte günstigere Resul-
tate ergeben haben würdet).
Will der Versicherte selber den Anspruch geltend machen,
so hat der Versicherungsnehmer ihn bei der Realisirung nach
Kräften zu unterstützen, insbesondere muß er ihm nöthigenfalls
bezeugen, daß die Versicherung in seinem Interesse abgeschlossen
wurde.
Niemals dagegen bedarf es einer Cession der Ansprüche
90) Oben S. 461.
91) Hamb. OG. 26. Nov. 1877 ; HGZtg. 1877, Nr. 216.

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