Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

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Ernst Jmm anuel Bekker,

a) ein einmal eingetretener, fuisse, dessen Folgen auch
nach dem Aushören desselben andauern, oder
ß) ein durchdauernder, esse, dessen Aufhören auch den
Wegfall der Rechtsfolgen bedingen muß.
Wie schon angedeutet worden, bin ich der Meinung, daß
es keine allgemein ausreichende Grundformel für den That-
beftand des Besitzes giebt. Immer wird sich der Besitz dar-
stellen als Rechtsausübung, oder als derjenige thatsächliche
Zustand, der die unentbehrliche Boraussetzung der fraglichen
Rechtsausübung ist. Jede weitere Einschränkung halte ich für
unzulässig i bald ist es ein facere, bald fecisse, bald esse oder
fuisse, das die verschiedenen Rechtsfolgen des Eigenthums-
besitzes (rei possessio) und der Rechtsbesitze nach sich zieht.
Man Überschläge den einer Superficies, einem Nießbrauch,
verschiedenen iura praediorum, iter — via — s. oneris ferendi
— altius non tollendi — stillicidii, entsprechenden Besitz
nach dem zum Schutz derselben aufgestellten Interdikte, und
den von diesen erforderten Beweissätzen. Aber auch beim
Eigenthumsbesitz selber, ist es wahr, daß Mobiliar- und Im-
mobiliarbesitz gleich gestaltet sind ?
IX.
Mobiliarbesitz, und zwar Eigenthumsbesitz an Mobilien ;
anderer Rechtsbesitz an Mobilien ist in der Gegenwart eine
Rarität, die wir vorläufig übergehen, vgl. auch § XIII a. E.
Zunächst diejenigen Besitzfolgen, die allgemein vorangestellt zu
werden Pflegen. Das I. possessionis (vgl. § VIII, 4 u. 5) ;
welcher Thatbeftand begründet dieses Besitzrecht? das in sich
begreift Selbsthülfe, Berechtigung zur Benutzung des eigenen
physischen Vermögens zur Abwehr „verbotener Eigenmacht"
(E.B. G. 815 f.) „vim vi repellere licet“, und Klagschutz
die interdicta retinendae und recuperandae possessionis

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