Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

266

Ernst Immanuel Belker,

Geht man von diesen Grundanschauungen aus, so verschwin-
den viele viel beschriebene Schwierigkeiten. Es versteht sich
hiernach von selbst, daß
das aus dinglichen Rechten geschaffene Pfandrecht selber
ein dingliches Recht,
das aus Rechten an unkörperlichen Sachen geschaffene,
selber ein Recht an unkörperlichen Sachen,
das pigim8 nominis eine Obligationenabart,
das subpignus, durch zwei konstitutive Uebertragungen
geschaffen, derselben Art wie das (ursprüngliche Mutter-)
Recht, aus dem das erste Pfandrecht geschaffen worden.
Beiläufig, daß die Bestellung des Forderungspfandes
keine Cesfion (translative Uebertragung), aber auch keine
Nichtübertragung, sondern eben Pfandbestellung (--- konstitu-
tive Uebertragung einer Forderung) ist. Pfandrechte an erst
zu bestellenden Rechten, z. B. Seitens des Eigenthümers ein-
geräumt an einem zu bestellenden Nießbrauch, Usus u. s. w.,
sind eben so leicht zu erklären : wie beim gemeinen Pfandrecht
wird hier eine Verkaufsbefugniß (I. distrahendi) aus dem
Mutterrechte ausgelöst und (konstitutiv) übertragen ; beim ge-
meinen Pfandrecht berechtigt uns das I. distrahendi das
ganze Mutterrecht zum Verkauf zu bringen, hier nur ein klei-
neres Tochterrecht aus jenem zu schaffen und zu übertragen;
also bei gemeinem Pfandrecht Befugnis zur translativen, hier
zur konstitutiven Weiterübertragung. — Wie eine Eigenthums-
oder sonstige Rechtsquote übertragbar ist, so kann auch aus
ihr ein Pfandrecht geschaffen werden, das man sehr zu Unrecht
<vgl. E.B.G. 981, 1045, 1063, 1146) Recht „an einem
Bruchtheil der Sache" heißt: das Recht bezieht sich auf die
ganze Sache, kein Tüttelchen derselben ist ausgenommen, aber
das Recht selber ist nur ein beschränktes, und durch den Ver-
kauf kann auch wieder nur die Uebertragung eines Quoten-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer