Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Zur Reform des BesitzrechtS.

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daneben nach der Uebertragbarkeit und nach dem Rechtsschutz.
Nur zu zweien der genannten ist einiges zu bemerken.
„Dingliche Pfandrechte", damit ist angedeutet, daß es
auch „nicht dingliche Pfandrechte" giebt. Nicht so lange her,
daß eifrigst debattirt worden, ob das Pfandrecht überhaupt
dinglicher Natur, I. in rem, wofür die A. pignoraticia in rem
das Hauptargument, oder nicht, obligationenartig, nach dem
Ausdruck „rei obligatio“. Aber gerade die „rei obligatio“
wäre für die Dinglichkeit des Sachpfands aufzuführen gewesen,
während das pignus nominis freilich in den Rahmen der
dinglichen Rechte durchaus nicht passen wollte. Dieser
Streit, und andere auf das Pfandrecht oder auf die Pfand-
rechte bezügliche, hätte früher und glatter zum Austrag ge-
bracht werden können, wenn wir mit der konstitutiven Ueber-
tragung sicher zu operiren gewöhnt gewesen wären. Jedes
Pfandrecht, auch die alte Läneia, entsteht durch eine konstitutive
Uebertragung, ist ein Tochterrecht geschaffen aus einem Mutter-
recht, diesem der Art nach gleich, doch von beschränkterem Um-
fange. Niemals kann der Pfandherr (Pf.-Gläubiger) was nicht
auch der Verpfänder vor der Pfandbestellung gekonnt hätte.
Wenn als Bedingungen der Pfandrechtsentstehung aufgezählt
zu werden pflegen:
a) Prinzipale (zu sichernde) Forderung,
b) geeignetes Pfandobjekt,
c) Pfandbestellung,
so mag gegen a) und c) richtig verstanden, nichts zu erinnern
fein („Bestellung" wäre auch ohne Erklärung, ja ohne Wollen
des sog. Bestellers als möglich anzunehmen), b) das „geeignete
Objekt" aber zu ersetzen durch
Recht aus welchem ein Pfandrecht geschaffen werden
kann,
was regelmäßig bei allen übertragbaren Rechten der Fall ist.

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