Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Zur Reform des Besitzrechis.

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Besitz I — 1889). Auch der bezügliche Abschnitt des EBG.
797—825, mit seinen Motiven und Kritiken, wäre hier zu
nennen. Endlich, als diese Ausführungen bereits vollständig
durchdacht und wenigstens theilweis zu Papier gebracht waren,
sind mir noch zu Gesicht gekommen :
IHering, Der Besitzwille, mit den im Wesentlichen
zustimmenden Bemerkungen von Baron (Jher. Iahrb.
XXIX, 5 und XXX, 3) und die Entgegnung K u n tz e' s
(z. Besitzlehre — 1890).
I Hering, Der Besitz, aus dem Handwörterb. der
Staatswissensch. von Conrad und Genossen.
H. H. Pflüger, Die sogenannten Besitzklagen des
Römischen Rechts.
Klein, Sachbesitz und Ersitzung.
Es gäbe nichts Trostloseres, als wenn diese vielen Schrift-
steller auch nur im Wesentlichen einverstanden wären, und also
bei weitem klüger gehandelt haben würden, für Alle nur Einen
reden oder schreiben zu lassen. Aber das ist durchaus nicht
der Fall, die Buntscheckigkeit des Vorgetragenen läßt nichts zu
wünschen. Am wenigsten Beachtung verdienen sicher diejenigen,
welche das Römische Besitzrecht für eine Art Vexirnuß zu
halten scheinen: es sei freilich unverstanden geblieben bisher,
aber nur weil der erschließende Druck an der richtigen Stelle
noch gefehlt, man habe die Stelle eben noch nicht gekannt.
Sie hätten sie nun gefunden, u. s. w. Uebrigens weist alles
darauf, daß wir an einen Wendepunkt gelangt sind, der Bruch
mit der Savigny'schen Lehre bedeutet zugleich das Auf-
geben naturrechtlicher Suppositionen („eines Stücks Begriffs-
jurisprudenz", wie IHering sagen dürfte), und zielbewußte
Umgestaltung des übernommenen Römischen Rechts. Bruns
und Brinz beide waren noch Naturrechtlehrer, indem siefeft-
hielten daran, daß die Thatsache des Besitzes ein gewisses
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