Full text: Volume (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

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Dr. Franz Kahn,

domicilii des Erblassers entsprechen. All dies gilt übrigens
nur bezüglich des Mobiliarnachlasses; sobald Immobilien in Frage
kommen, herrscht auch über die Teftamentsform die lex rei sitae.
Vgl. Story § 435 ff., 468 ff.; Westlake § 79 ff., 159;
Nelson S. 175 ff., 186,
Diese Kollision ist in einer Anzahl englischer Erkenntnisse (s.
auch Collier v. Rivaz) praktisch geworden und -hat auch hier
zur wiederholten Anerkennung des Princips der Rückverweisung
geführt.
S. Crookenden v. Füller (1859), Swabey & Tristram’s
Rep. I, S. 442 ff. ; Laneuville v. Anderson (1860),
ebenda II, S. 31 ff.; In re Lacroix (1877), Law Rep.,
Prob Div. II, S. 94 ff.
Ganz besonders weitgehend und charakteristisch ist die
letztgenannte Entscheidung. Es handelte sich dabei um ein
von einem naturalisirten Engländer, geborenen Franzosen zu
Paris in englischer Form errichtetes Testament; wo des Testa-
tors Domicil gewesen, war nicht bewiesen. Zur Anwendung
kam die Lord Kingsdown’s Act. Das Testament scheint un-
giltig: lex loci actus war Code civil; lex domicilii unge-
gewiß; Geburtsdomicil Frankreich. Das Testament wurde
gleichwohl für giltig erklärt, als der lex loci actus entsprechend,
nachdem durch Gutachten sestgesteüt war, daß das französische
Recht ein von einem Ausländer in der Form seines Heimath-
Gesetzes errichtetes Testament für giltig ansehe x).
l) Es wird zweckmäßig sein, einige Stellen der Begründung 8ir J.
Hannen’s im Original anzuführen: ,)1f evidenee can be offered to the
Court, that by the law of France it is permittedto a fo-
reigner inFrance tomake his will accordingtotheform
requiredby the law of his country asto the execution of
wills there, and that a will so made would be deemed by the French
Courts to be good and valid . . . this application may be renewed , as
it would then appear, that the wills were valid, as having

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